„Der Balkon“ – politisches Open Air Kino in Dessau – eine Nachbetrachtung

Am letzten Samstag veranstalteten wir, zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt, einen Open Air Kinoabend. Im Garten des VorOrt-Hauses zeigten wir den Film „Der Balkon“, welcher das Massaker von Lyngiades, ein Wehrmachtsverbrechen im Oktober 1943 in Griechenland, behandelt. Der Regisseur „Chrysanthos Konstantinidis“ stammt aus jenem Dorf in der Region Epirus.

Knapp dreißig Interessierte sind unserer Einladung gefolgt und finden sich am Abend des 2. Juli im lauschigen Garten des studentisch geprägten VorOrt-Hauses ein. Sie sitzen auf Bierbänken vor einer kleinen improvisierten Leinwand, welche den Charme dieses rustikalen Kleinods im Dessauer Zentrum unterstreicht. Nach der Begrüßung durch uns übernehmen Gregor Kritidis ( RLS ) und Hilde Schramm ( Respekt für Griechenland e:V. ) die Einführung in diese cineastische Dokumentation eines faschistischen Kriegsverbrechens, die für die politische Bildungsarbeit als gekürzte Version über die Leinwand läuft. Gegen 21:00 Uhr, die Sonne ist gerade so verschwunden, beginnt der Film und sofort fällt die düstere Stimmung auf, welche durch da Licht- und Farbenspiel erzeugt wird und die Thematik anschaulich unterstreicht. Der Bremer Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus, auf dessen Buch „Der Feuerrauch“ der Film basiert, hat die wenigen Überlebenden des grausamen Überfalls deutscher Gebirgsjäger auf das kleine Dorf persönlich getroffen und kennengelernt. Sie kommen in dem Film zu Wort und schildern eindrücklich, was sich an jenem Nachmittag des 3. Oktober 1943 ereignete. Die Geschichte erinnert uns an das Dorf Lidice in Tschechien, welches aus ganz ähnlichen Motiven – Tod eines hochrangigen Offiziers – von den Nazis dem Erdboden gleichgemacht wurde. Der nach dem Ort benannte Lidiceplatz in Dessau ist uns ewige Mahnung. Neben dem Schicksal der Bewohner*innen von Lyngiades wird auch der Umgang Deutschlands mit seiner Vergangenheit beleuchtet und, wie zu erwarten, fällt auch in diesem Fall kein gutes Licht darauf. Besonders die sprichwörtliche Arroganz deutscher Spitzenpolitiker*innen zeigt, dass ihr Bitten um Verzeihung noch längst nicht die Worte „Wiedergutmachung“ und „Entschädigung“ enthält. Als der Film nach ca. einer Dreiviertelstunde endet, kann man alsbald die Livemusik vom Stadtfest aus einiger Entfernung hören und wir sind froh, unser Kontrastprogramm zeitlich so passend arrangiert zu haben. Im Nachgang der Vorführung findet noch eine aufschlussreiche Gesprächsrunde mit reger Publikumsbeteiligung statt und es wird zu den ausgelegten Broschüren und Infomaterialien gegriffen.

Wir bedanken uns ausdrücklich bei Gregor und Hilde für ihre Unterstützung und den eingebrachten Diskurs und hoffen, diesem brisantem Thema etwas mehr Aufmerksamkeit gebracht zu haben und dass alle Gäste es in ihrem Umfeld multiplizieren. Auch wünschen wir Hilde und dem Verein „Respekt für Griechenland e.V. weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit und vor allem dem Ansinnen, den Film vermehrt in Schulen zu zeigen, damit nachfolgende Generationen sich ebenfalls damit auseinandersetzen. Wider dem Vergessen!

Open Air Kino im Garten des VorOrt-Hauses

Leser*innenbrief zur Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten für Neonazi-Nachwuchs

Diesen wunderschönen Leser*innenbrief, welchen die Mitteldeutsche Zeitung leider nicht abdruckte, möchten wir euch nicht vorenthalten:
Er bezieht sich auf die Neonazi-Familie Nothdurft, die vom Dessauer Oberbürgermeister für ihr 7. Kind die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten überreicht bekam.

Leser*Innenbrief:
„Am 8. Juni überreichte der Dessauer Oberbürgermeister Reck die Urkunde zur Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten Steinmeier für das siebente Kind der Familie Nothdurft. Das deutsche Mutterkreuz wäre ihr wohl lieber gewesen. Denn die Eltern des Kindes waren aktiv in der direkt in der Tradition der Hitlerjugend (HJ) stehenden Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). Beide bekleideten vor dem Verbot der Organisation im März 2009 führende Ämter, Hildegard Nothdurft als Bundesmädelführerin und Laurens Nothdurft als Bundesführer. Heute ist er Mitarbeiter der AfD- Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt. Eigendlich schon skandalös , daß ein Bundespräsident Urkunden verteilt an Frauen, die in der Rolle der Gebärmaschine voll aufgehen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Kinder der Familie mit den Traditionen der HDJ brechen und so werden wie wir.“

Quellen:
https://twitter.com/LSArechtsaussen/status/1534859801980805120?t=SMKlDsuMoqPKhjNYEFpysg&s=19

„Der Balkon“ – Film und Gespräch am 2. Juli im VorOrt Haus Dessau

Am 2. Juli möchten wir euch, in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt, im VorOrt Haus einen Film zeigen, welcher ein bisher eher unbeachtetes Kapitel deutscher Kriegsverbrechen behandelt. Das Massaker von Lyngiades ( Griechenland ) im Oktober 1943.

Der Film wird Open Air im Garten des VorOrt Hauses ( bei schlechtem Wetter drinnen ) gezeigt und danach laden wir euch noch herzlich dazu ein, sich in gemütlicher Runde auszutauschen und kennenzulernen.

Eintritt frei

Getränke gegen Spende

Der Balkon (to balkoni)

Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

Ein Dokumentarfilm von Chrysanthos Konstantinidis

Griechenland 2018

Einführung: Hilde Schramm, Respekt für Griechenland, Berlin

Gregor Kritidis, RLS Sachsen-Anhalt, Magdeburg

Samstag, 02.07.2022, 20.00 Uhr

Beginn Einführung: 20:30 Uhr

Filmbeginn: gegen 21:00 Uhr

VorOrt Haus Dessau, Wolfgangstraße 13, 06844 Dessau-Roßlau

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, wird wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande noch kaum bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer zweiundachtzig Dorfbewohner, überwiegend Kinder, Frauen, alte Leute, und zerstörten fast alle Häuser. Der Regisseur des Films stammt aus Lyngiades. Die Hintergründe des Verbrechens recherchierte vor drei Jahrzehnten der Bremer Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus. Sein Buch „Der Feuerrauch“ dokumentiert die Ereignisse. Im Film hören die Nachgeborenen oft erstmalig, Erinnerungen von Überlebenden. Es sind Dokumente der Trauer vor dem Hintergrund eines kollektiven Traumas. Und es sind Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung in Deutschland und in die verweigerte Wiedergutmachung.

Weitere Infos zum Film:

https://respekt-für-griechenland.de/?p=2977

Der 8. Mai war Befreiung, bleibt Befreiung!

Ester Bejerano, Überlebende der KZs Auschwitz und Ravensbrück:

Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS- Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS- Regimes. Wie viele andere Menschen wurde auch ich auf den Todesmarsch getrieben. Erst Anfang Mai wurden wir von amerikanischen und russischen Soldaten befreit. Der 8. Mai wäre dann eine Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken. Über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit.“

Am 8. Mai 2022, dem 77. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus, 1945 durch alliierte Kampfverbände, möchten wir ein würdiges Gedenken für die Opfer stattfinden lassen. Geplant ist eine kleine Stadtrundfahrt, die um 11: 00 Uhr am israelitischen Friedhof starten soll, wo über selbigen eine Führung stattfinden wird. Von dort aus fahren wir zum Ehrenfriedhof auf dem Friedhof III, wo ein Redebeitrag abgehalten und Blumen auf die Gräber der ermordeten Zwangsarbeiter*innen niedergelegt werden. Unterwegs auch anfahren möchten wir die Stolpersteine der Personen Paul König (Ackerstraße 46), Paul Wolle (Mittelring 7), Hermann Heller (Damaschkestraße 51), sowie Erich Köckert (Heidestraße 147). Enden soll die Veranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus.

Lasst uns gemeinsam an die grausamen Taten des Faschismus und des Hitler-Regimes erinnern und allen Opfern gedenken.

Nie wieder Faschismus !

Nie wieder Krieg !

ERINNERN HEIßT HANDELN

Im Zusammenhang mit dem 7. März, dem offiziellen Gedenktag an die Bombardierung Dessaus 1945, haben wir gestern mit einer „Alternativen Fahrradtour“ der Opfer faschistischer und rassistischer Gewalt in der Bauhausstadt gedacht und gleichzeitig erneut den Nazis nicht die Straßen überlassen. Dieses besondere Datum missbrauchten die Faschisten in den vergangen Jahren regelmäßig mit bis zu 300 Personen starken Aufzügen, bei denen sie ihre reaktionäre und lebensfeindliche Propaganda verbreiteten.

Unter dem Motto „Erinnern und Mahnen“ folgten unserem Aufruf ca. 40 Teilnehmer*innen aller Altersklassen. Diese fanden sich ab elf Uhr Vormittags bei schönstem Sonnenschein am Dessauer Hauptbahnhof ein. Auf der kurzen Auftaktkundgebung wurde in einem ersten Redebeitrag auf den im Jahr 2008 am Bahnhof von Rechtsextremen ermordeten Hans-Joachim Sbrzesny erinnert und seine offizielle Anerkennung als Opfer rechter Gewalt gefordert. Danach setzte sich die Fahrraddemo gegen halb zwölf in Bewegung. Auf dem Weg durch die Stadt passierten wir noch insgesamt 19 weitere Gedenkorte und Mahnmale, darunter u.a. den Mahnpunkt Zyklon B, das Mahnmal OdF und die Friedensglocke. An dieser berichtete eine Person von einem brandaktuellen Vorfall, der sich erst kürzlich zutrug und bei dem linksalternative Menschen einem homophoben und gewalttätigen Angriff ausgesetzt waren. Die Betroffenen erhalten juristische Unterstützung von der „Mobilen Opferberatung“. Ein weniger bekannter Gedenkort, an dem wir halt machten, ist der Gedenkstein für die vom Hitler-Regime wegen eines angehängten Mordvorwurfs hingerichteten Kommunisten Wilhelm Bieser und Karl Hans aus Hecklingen, welcher sich am Eingangstor der ehemaligen JVA befindet. Das Todesurteil wurde dort am 17. Januar 1934 vollstreckt. Im März des selben Jahres stellte ein Gericht ihre Unschuld fest und sprach sie nachträglich frei. Doch nicht nur die Opfer mit direktem Bezug zur Muldestadt sind für uns unvergessen. Mit dem Lidiceplatz, gelegen im Dessauer Norden, suchten wir daher einen ganz besonderen Gedenkort auf. Dort erinnern mit Silhouetten gestaltete Laternen und eine in den Boden eingelassene Gedenktafel an das von den Nazis dem Erdboden gleichgemachte tschechische Dorf Lidice. Bis heute ist diese nicht mehr existierende Gemeinde ein Symbol für die Gräueltaten der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. Ebenso auf unserem Weg lagen natürlich auch diverse Stolpersteine. Die kleinen Mahnmale befinden sich immer im Bereich der letzten bekannten Adresse der zumeist in Konzentrationslagern ermordeten ehemaligen Bewohner*innen. An diese wurde jeweils mit einem kurzen Auszug aus ihrem Lebenslauf erinnert. Nach ca. eineinhalb Stunden gelangten wir wieder zum Hauptbahnhof, wo die Versammlung auch beendet wurde.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und hoffen, mit solchen Veranstaltungen auch zukünftig nicht nur Gesicht gegen rechtsextreme Hetze zu zeigen und Faschisten den Raum für ihre Aufmärsche zu nehmen, es ist das dritte Jahr in Folge ohne einen neonazistischen sogenannten „Trauermarsch“, sondern auch weiterhin viel zu einer lebendigen Erinnerungskultur beizutragen.

MAHNEN UND ERINNERN – ALTERNATIVE FAHRRADTOUR DURCH DESSAU

Anlässlich der Zerstörung Dessaus durch alliierte Bomberverbände am 7. März 1945 haben Neonazis diesen offiziellen Gedenktag seit 2008 fast jährlich für ihre menschenverachtende Propaganda missbraucht und durch eine Täter-Opfer-Umkehr Geschichtsklitterung betrieben. Martialisch und Fackeln tragend zogen sie noch vor einigen Jahren in den Abendstunden durch innerstädtische Wohnviertel, brüllten rassistische Parolen und verbreiteten ganz bewusst ein Gefühl, das an dunkelste Zeiten erinnerte.

Diesen Zeiten, denen die Ewiggestrigen nachtrauern, forderten auch in Dessau unzählige Opfer und ihr bis heute nachreichendes Gedankengut fordert diese noch immer. Alberto Adriano und Hans-Joachim Sbrzesny stehen hier als Opfer jüngerer Vergangenheit stellvertretend für eine rassistische und lebensfeindliche Ideologie, in der ein Menschenleben nicht viel zählt.

Nie wieder !

Damit sich jenes Kapitel deutscher Geschichte niemals auch nur ansatzweise wiederholt und zukünftige Generationen ebenso nachhaltig und konsequent antifaschistisch handeln können, brauchen wir eine lebendige Erinnerungskultur. Aus der Geschichte lernen heißt, eine lebenswerte Welt für alle zu bewahren, frei von Grenzen und jeder Art von Diskriminierung.

Deshalb rufen wir dazu auf, am 12. März in Dessau mit dem Rad auf die Straße zu kommen und den Faschisten diese gleichzeitig zu verwehren. Begebt euch bei einer alternativen Fahrradtour auf die Spuren faschistischer und rassistischer Gewalt, erfahrt an einzelnen Mahnpunkten etwas über die Geschichte der Bauhausstadt und lernt auch die Lebensgeschichte ehemaliger Einwohner*innen kennen.

12.03.2022 | 11:00 | Dessau Hauptbahnhof

Erinnern heißt handeln !!

Nie wieder Faschismus !!

+++ abgesagt +++ Film + Gespräch mit Uli Bez im Kiez Kino Dessau +++ abgesagt +++

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt zeigen wir im Kiez Kino den Film „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ von Uli Bez. Nach dem Film wird die Regisseurin für eine ausführliche Gesprächsrunde zur Verfügung stehen.

14.11.2021 | 16:00 | Kiez Kino, Bertolt-Brecht-Str. 29A | Dessau

Eintritt und Getränke gegen Spende.

Hygieneregeln: 3G

Filmbeschreibung:

7. November 1918. Revolutionäre Nacht in München. Nach einer Großdemo führt Kurt Eisner die Menschenmenge zu den Kasernen. Die kriegsmüden Soldaten laufen sofort über. Der König samt Entourage flieht. Ohne Blutvergießen wird der Freistaat Baiern geboren. In der Folge kämpfen revolutionäre und reaktionäre Kräfte mit allen Mitteln um die Macht. Eisner wird ermordet. Zwei Räterepubliken sind von nur kurzer Dauer. Die junge Demokratie ist verletzlich und scheitert, wird blutig niedergeschlagen. Es geht durch die Welt ein Geflüster entstand 1988 und verwebt zeitgeschichtliche Filmdokumente und Interviews. Zu Wort kommen die damals bereits hochbetagten Zeitzeug*innen aus dem anarchistischen, kommunistischen, sozialistischen und anarcho-syndikalistischen Spektrum wie Benno Scharmanski, Centa Herker, Hugo Jakusch, Sophie Radischnigg, Minna Dittenheber, Emil Meier und Peter Lichtinger. Sie sind Kinder und Jugendliche aus dem sozialdemokratischen Arbeitermilieu, die die Revolution aus der Nähe erlebt haben, mir ihr sympathisierten oder mitgekämpften. Während der Nazidiktatur wurden sie verfolgt, ins KZ gesperrt und gefoltert.
Im Film werden die Errungenschaften der Revolution ebenso thematisiert wie ihr Scheitern. Dazu gehören die Verwerfungen innerhalb der Linken wie auch die Heldinnen der Frauenbewegung; zuvorderst das Lesbenpaar Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, die Revolutionärinnen Hilde Kramer, Zenzl Mühsam, Sarah Sonja Lerch und Hedwig Kämpfer, einzige Richterin im Revolutionstribunal.
Für diejenigen, die heute für eine gerechte Gesellschaft kämpfen wirft „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ brisante politische Fragen auf: Welche Utopien brauchen wir heute? Was tun, wenn die Freiheit auf der Straße liegt? In welcher Welt wollen wir leben?

Buch & Regie: Uli Bez D 1989/Neufassung 2019 75 Min./DVD mit Bonusmaterila 80 Min.

Kamera: Petra Gerschner Ton: Michael Backmund Recherchekollektiv: Ulrike Bez Petra Gerschner Michael Backmund
Produktion: Peider A. Defilla/B.O.A. und Ulrike Bez http://www.bezmedien.de/index.php/es-geht-durch-die-welt-ein-gefluester

Die Interviews mit den Zeitzeug*innen sind 1988 in kollektiver Zusammenarbeit von Ulrike Bez, Petra Gerschner und Michael Backmund entstanden, um die Berichte und Erfahrungen der wenigen noch lebenden Augenzeug*innen zu bewahren und weiterzugeben.
Als filmische Dokumente sind die Interviews in voller Länge im Lernforum des NS-Dokumentationszentrum München zu sehen.

Einladung zum offenen Plenum

Liebe Antifaschist*innen,

hiermit laden wir euch zu unserem offenen Plenum ein. Wir wollen euch damit gerne einen Ort bieten, an dem Vorschläge und Ideen ausgetauscht und Fragen in offener Runde gestellt und bearbeitet werden können.

Wir als Bündnis stehen auch gerne für Kooperationen und Hilfen bei eigenen Vorhaben zur Seite, um den lokalen Aktivist*innen die Chance zu geben, aktiv zu werden und etwas zu verändern.

Wir freuen uns auf euch.

Wann/Wo: 25.09.2021 | ab 15:00 | VorOrt Haus, Wolfgangstr. 13

Im VorOrt-Haus gilt Maskenpflicht, denkt also bitte an einen MNS.Auch werden wir am Eingang Kontaktlisten auslegen. Diese werden von uns 4 Wochen aufbewahrt und dann vernichtet. Wenn ihr weder geimpft, noch genesen seid, testet euch, wenn möglich, bitte vorher. Wir werden euren Impfstatus nicht überprüfen.

Ausschlussklausel:

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren, oder von dieser auszuschließen.

24.08. Kundgebung Luftbrücke jetzt!

Auch Dessau beteiligt sich an den bundesweiten Aktionen, welche sich für Solidarität mit allen Menschen in Afghanistan aussprechen und eine schnelle und sichere Evakuierung der Menschen fordern, denen das erneute Regime der Taliban weder Frieden, noch Freiheit bringt.

.📢 24.08. | 17:00 | Friedensglocke, Platz der Deutschen Einheit

#luftbrückejetzt

HEUL DOCH, NAZI !

Für den 12. Juni 2021 rufen Neonazis ab 14:00 ( Hauptbahnhof, Vorplatz ) zu einer Demonstration durch die Innenstadt von Dessau auf, bei der sie sich in guter alter Tradition der ehemals jährlichen Trauermärsche, als Opfer inszenieren wollen. Anlass ist der vermeintliche „linke Terror“, dem sie sich angeblich ausgesetzt fühlen und der ihnen Vorwand genug ist, ihre inhumane rassistische Hetze, getragen von stumpfen Parolen und hohlen Phrasen mal wieder lautstark öffentlich verbreiten zu müssen.

Neue Strukturen – alte Bekannte

Die rechtsextreme Szene in der Region um Dessau hat in den vergangenen Jahren erheblich an Mobilisierungspotential eingebüßt. Die alten Kader um Führungsfigur Alexander Weinert, welcher in Roßlau mit dem „Lager 77“ ein rechtes Szeneobjekt betreibt, haben sich rar gemacht und die einstmalige Anziehungskraft, der teilweise über 300 Rechtsextreme, darunter bundesweit bekannte Gesichter, erlagen, ist verloren gegangen.

Ein paar Unverbesserliche haben sich nun neu formiert und suchen ihr Heil in der Flucht nach vorn. Der aktuelle Zusammenschluss „Aktionsgruppe Dessau-Bitterfeld“ ist jedoch nur ein weiterer kläglicher Versuch, etwas zu beleben, das längst auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Das Klientel, welches offenbar bevorzugt angezogen werden soll, besteht eher aus rechten Hools und Schlägertrupps der Anti-Antifa, denn aus politisch gefestigten Neonazis.

Nichtsdestotrotz sind es Faschisten und eine Gefahr, die weder unterschätzt, noch ignoriert werden darf. Sie propagieren Hass und Gewalt gegen Andersdenkendeund Menschen anderer Herkunft, Religion und Hautfarbe. Dem MÜSSEN und WERDEN wir etwas entgegensetzen! Keine Toleranz der Intoleranz! Keinen Fußbreit den Faschisten!

Abgehängt und ohne Plan

Dass die Nazis sich jetzt allerorts wieder als Opfer hochstilisieren, liegt auch daran, dass ihnen die Themen abhanden gekommen sind. Mit der AfD hat es eine bundesweit agierende politische Kraft geschafft, nationalistisches und rassistisches Gedankengut wieder salonfähig zu machen und dies in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Als parlamentarischer Arm der sogenannten „Neuen Rechten“ transportiert sie den Zorn der „Wutbürger*innen“ in die Ortschaftsräte, Städteparlamente, Landtage und den Bundestag.

Wenn also die klassischen Themen der extremen Rechten nun von einer angeblich demokratischen Partei der Mitte übernommen werden, bleibt der abgehängten braunen Resterampe nur der Aufschrei gegen linke Gewalt.

Vermutlich ruft dieser mehr als nur die üblichen Verdächtigen auf den Plan und auch die Riege um Alexander Weinert scheint daran Gefallen zu finden und mobilisiert ab 12:30 ( Bhf Roßlau ) zu einer Kundgebung in Roßlau, welche im Vorlauf des Aufzugs in Dessau stattfindet.

Heul doch, Nazi !

Wir sagen:

Sollen sie doch weinen, sollen sie doch in ihre Taschentücher schnäuzen und über ihr entbehrliches Dasein klagen. Sollen sie betrauern, dass es ihrer Szene an Inhalten fehlt und sie sich missverstanden und alleine fühlen. Heul doch, Nazi! Aber bitte still und leise, und nur für Dich allein.

Niemand braucht Nazis! Und vor allem nicht ihre widerliche, von rassistischem Gedankengut beherrschte Weltanschauung!

Wir rufen dazu auf, am 12.6. nach Dessau zu kommen, dem faschistischen Aufmarsch Einhalt zu gebieten und klare Kante zu zeigen – gegen rechte Umtriebe und faschistische Hetze, für ein solidarisches Miteinander und eine lebenswerte Welt ohne Rassismus und ohne Grenzen!

Nazis blockieren, immer und überall !!

12.06.2021 | 14:00 | Hauptbahnhof ( Westausgang ) | Antifaschistische Demonstration

Alle wichtigen und aktuellen Infos zum Aktionstag:

https://dessaunazifrei.wordpress.com/heul-doch-nazi/