Bericht zum Alternativen Stadtspaziergang am 26.01. in Roßlau

Anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 haben wir heute, unterstützt duch die Initiative „Buntes Roßlau“ und den „Wir mit Dir“ e.V. aus Aken, einen „Alternativen Stadtspaziergang“ in Roßlau duchgeführt. Hintergrund ist jedoch nicht nur das Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus, sondern auch das Bewahren einer lebendigen Erinnerungskultur in Dessau-Roßlau. Unsere Route führte vom Bahnhof Roßlau über die verlegten Stolpersteine in der Mörikestr. 12 und der Hauptstr. 11, den Anhaltiner Platz, das ehemalige KZ ( Hauptstr. 51 ), die Stolpersteine in der Mühlenstr. 47, bis zum Sowjetischen Ehrenfriedhof ( Lukoer Str./Ecke Mühlstedter Str. ) und zurück zum Bahnhof.

Um 11 Uhr trafen wir uns am Bahnhof in Roßlau, wo nach einer kurzen Begrüßung der ca. 40 Teilnehmer*innen, Jana Müller vom AjZ e.V. anschaulich über die einst in Roßlau lebenden Sinti und Roma berichtete. Leider wird das Schicksal dieser beiden Bevölkerungsgruppen oft vernachlässigt und es ist uns besonders wichtig, dass auch dieser Völkermord des faschistischen NS-Regimes nicht vergessen wird. Insgesamt  500.000 Sinti und Roma sind von den Nazis ermordet worden.

Vom Bahnhof zogen wir zu den Stolpersteinen in der Mörike- und in der Hauptstr., wo  unsere jüngeren Aktiven kurze Biografien der deportierten Bürger*innen vortrugen. Dazu wurden Blumen an den kleinen Mahnmalen niedergelegt. Am nächsten Anlaufpunkt, dem Anhaltiner Platz, gab es bei unseren Freund*innen von der Initiative „Buntes Roßlau“ nicht nur heißen Tee ( danke nochmals dafür ), sondern auch einen geschichtlichen Abriss über den Anhaltiner Platz ( ehemals Adolf- Hitler- Platz ). Im Anschluss wurde der Gedenkstein am Standort des ehem. KZ aufgesucht. Das Konzentrationslager in Roßlau gilt als eines der ersten überhaupt, war allerdings nur kurz in Betrieb (1933 – 1934). Es war als Übergangslager konzipiert und beherbergte ca. 100 Personen. Vorwiegend inhaftierten die Nazis hier politische Gegner, wie z.B. Kommunisten. Über Todesfälle im KZ Roßlau ist nichts bekannt.

Das nächste Ziel unseres Spaziergangs waren die beiden Stolpersteine in der Mühlenstr. Auch hier wurden Blumen abgelegt und über das Schicksal der beiden Opfer ( zwei Schwestern ) berichtet. Danach erfolgte ein kleinerer Fußmarsch zum „Sowjetischen Ehrenfriedhof“, auf welchem die gefallenen Soldaten der Roten Armee begraben sind. Nach einem kurzen Gedenken wurde die Versammlung dort offiziell beendet und es ging geschlossen zurück zum Bahnhof.

Danke an alle Teilnehmer- und Unterstützer*innen! Wir haben uns sehr gefreut, alte und neue Gesichter zu sehen und hoffen auf eine ähnlich gute Resonanz bei unseren kommenden Veranstaltungen.

 

Aufzeigen der Verbrechen alter und neuer Nazis am 26.01. in Roßlau

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Hiermit möchten wir Euch noch einmal auf unseren „Alternativen Stadtspaziergang“  am 26.01. in Roßlau aufmerksam machen, mit welchem wir an die Verbrechen des NS-Regimes erinnern und der Opfer dessen gedenken wollen, aber auch auf die aktuelle Situation in der Schifferstadt eingehen werden. Unterstützung erhalten wir dabei von unseren Freund*innen der Initiative „Buntes Roßlau“ und des Wir mit Dir e.V. aus Aken, sowie von Jana Müller vom AJZ e.V.

Los geht’s ab 11:00 Uhr am Bhf Roßlau!

 

Neonazidemonstration am kommenden Samstag in Roßlau

Für den 25.01. rufen Rechtsextreme zu einer Demonstration in Roßlau auf, bei welcher sie an die „Opfer“ eines gewalttätigen Angriffs vor einem Jahr in der Unterführung des Roßlauer Bahnhofs erinnern wollen.
Damals wurden 4 Neonazis aus Dessau-Roßlau auf dem Heimweg vom Magdeburger „Trauermarsch“ in der Unterführung überfallen und zusammengeschlagen. Bis heute hat die Polizei keine heiße Spur. Ziel des Angriffs waren u.a. die beiden regionalen Führungsfiguren Alexander Weinert und René Diedering,
Alexander Weinert ist seit vielen Jahren aktiver Führungskader der ortsansässigen rechtsextremen Szene und betreibt in der Ziegelstr, 77 in Roßlau ein szenebekanntes Objekt, in welchem regelmäßig diverse Veranstaltungen stattfinden.

Bereits am letzten Sonntag, dem 19. Januar, organisierte die örtliche Kameradschaft ,anlässlich der Jährung des Überfalls, eine kleine Mahnwache an der Zerbster Brücke in Roßlau.

Mitteldeutsche Zeitung dazu

14.02.2020 Filmvorführung „Hamburger Gitter“ und Gespräch im Kiez-Kino in Dessau

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Im Rahmen unserer Kampagne „Nazis in Dessau? #jehtjarnich„, mit welcher wir für unsere antifaschistischen Protestaktonen am 7. März in Dessau mobilisieren wollen, möchten wir euch den Dokumentarfilm „Hamburger Gitter“ im Kiez-Kino Dessau zeigen.

Der Film befasst sich mit dem Versammlungsgeschehen und der erfolgten staatlichen Repression rund um den G20 Gipfel in Hamburg im Sommer 2017.

Anschließend bieten wir eine offene Gesprächsrunde an.
Mobistuff für den 7. März gibt es natürlich auch.

Eintritt gegen Spende.

 

14.02.2020 | 18:00 | Kiez-Kino, Bertold-Brecht-Str. 29a | Filmvorführung „Hamburgrer Gitter“ und Gespräch | Dessau

 

»Der Film demaskiert einen Staat, der mit allen Mitteln die Kontrolle behalten wollte und sie doch
​– oder gerade deswegen – verlor.«

 

Infos zum Film:
https://www.hamburger-gitter.org/

07.03.2020 Nazis in Dessau blockieren

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Im Freistaat Anhalt stellte die NSDAP bereits ab dem 21. Mai 1932 die Mehrheit im Landtag, welcher seinen Sitz in der Landeshauptstadt Dessau hatte. Alfred Freyberg (NSDAP) wurde der erste nationalsozialistische Ministerpräsident Deutschlands. Kurz darauf, im September des selben Jahres, wurde das Bauhaus vom Dessauer Gemeinderat, in dem die NSDAP bereits seit Oktober 1931 die stärkste Fraktion bildete, geschlossen. Das Bauhausgebäude wurde fortan als „Gauführerschule“ missbraucht.
Wenn nun also wieder Nazis vor dem Bauhaus aufmarschieren, so geschehen beim „Trauermarsch“ im Jahr 2017, und sich mit der AfD wieder eine rechtsextreme Partei, welche bundesweit gegen Migrant*innen und Geflüchtete hetzt, der politischen Einflussnahme auf das Bauhaus schuldig macht , wie bei der Absage eines Punkkonzerts im Bauhaus im November 2018, dann heißt es für uns: HINSCHAUEN statt wegsehen, EINSCHREITEN statt weglaufen! NIE WIEDER FASCHISMUS!

Am 7. März 2020 jährt sich die Bombardierung Dessaus zum 75. mal. Wir müssen davon ausgehen, dass Rechtsextreme dieses Datum erneut für ihre widerwärtige Weltanschauung ausnutzen, Geschichtsrevisionismus betreiben und rassistische, sowie antisemitische Hetze verbreiten. Bis zu 300 Neonazis zogen in den vergangenen Jahren um den 7. März durch Dessaus Straßen, und aufgrund des besonderen Datums, ist am 7. März 2020 wohl wieder mit einer ähnlichen Anzahl Rechtsextremer zu rechnen.
Dem müssen und werden wir uns entschieden entgegenstellen!

Wir sagen:   Nazis in Dessau?  #jehtjarnich !

 

Flyer zum selbser ausdrucken:

Dessau 7. März 2020

 

Weitere Infos folgen.

 

Mit Bezug auf unsere Demoregeln und unseren Aktionskonsens, weisen wir darauf hin, dass wir KEINE Nationalstaatsfahnen auf unseren Demonstrationen und Kundgebungen sehen wollen.

Infoveranstaltung zum Versammlungsrecht am 30.01. in Dessau

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Im Rahmen unserer Kampagne „Nazis in Dessau? – #jehtjarnich“, mit welcher wir zu unseren Aktionen gegen den zu erwartenden Neonaziaufmarsch am 7. März mobilisieren wollen, möchten wir euch mit dieser Veranstaltung bestmöglich auf das Versammlungsgeschehen vorbereiten.
Ein im Versammlungsrecht erfahrener Anwalt gibt euch Tipps zum Verhalten auf Demonstrationen und Kundgebungen im öffentlichen Raum und Hilfestellung im Umgang mit der Polizei und Ordnungsbehörden. Ein Schwerpunkt wird die aktuelle Gesetzeslage zur Legitimität von Blockaden sein.

Neben den nützlichen Demotipps könnt ihr natürlich auch Mobimaterial für den 7. März abstauben.

Also kommt vorbei, bringt eure Freund*Innen mit, und vernetzt euch !

Orte nationalsozialistischen Verbrechens in Roßlau – Alternativer Stadtspaziergang am 26. Januar 2020

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Die Befreiung der Gefangenen des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 jährt sich im Jahr 2020 zum 75. Mal. Während der NS-Zeit ermordeten die Nazis in Auschwitz über anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Der Jahrestag der Befreiung wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog
offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.

Das Gedenken und Nachdenken über die Vergangenheit schafft Orientierung für die Zukunft. Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Totalitarismus, Faschismus und Nationalsozialismus bleibt die Erinnerung an und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte. Zusammen mit der Initiative „Buntes Roßlau“ und dem Wir mit Dir e.V. aus Aken laden wir deshalb am Sonntag dem 26. Januar 2020 in Roßlau zu einem alternativen Stadtrundgang ein. An den Orten des NS-Verbrechens in Roßlau wollen wir der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung gedenken. An den einzelnen Stationen wird es Redebeiträge und Informationen geben.

Erinnern wollen wir an folgenden Orten:

• Konzentrationslager Roßlau, Hauptstraße 51
• Stolpersteine in der Innenstadt
• Vertreibung der Sinti, Mittelfeldstraße 19 und Triftweg 20
• Sowjetischer Ehrenfriedhof, Lukoer Straße

 

Datum:           26.01.2020
Uhrzeit:         11 Uhr
Treffpunkt:  Bahnhof Roßlau

 

Die Erinnerung darf nie enden“ Roman Herzog, 3. Januar 1996

 

Flyer für Roßlau zum selbst ausdrucken:

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Mord verjährt nicht – Gedenkdemonstration für Oury Jalloh am 07.01.2020 in Dessau

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Am 7. Januar 2020 jährt sich der gewaltsame Tod von Oury Jalloh zum 15. mal. Die Umstände seines Todes wurden bis heute nicht restlos aufgeklärt, und werden es wohl auch nie. Schuld daran ist nicht nur ein Polizeiapperat, welcher durch völlig unangebrachten Korpsgeist, schlampige Ermittlungen, sowie Lug und Trug der übelsten Sorte glänzt, sondern auch eine Justiz, welche trotz erdrückender Beweislast keine weiteren Ermittlungen zulässt und mit ihrer bewußten Blockadehaltung ein rechtstaatliches Verfahren ganz und gar unmöglich macht. VERTUSCHUNG und VERWEIGERUNG sind die beiden tragenden Säulen eines Justizskandals, mit denen der Mord an einem Menschen in einem Polizeirevier in Deutschland, damit sehr wahrscheinlich auch begangen von deutschen Polizist*innen, auch zukünftig eine haltlose Behauptung vor deutschen Gerichten bleibt.

Die Beweggründe, welche zu der abscheulichen Tat führten, können nur vermutet werden. Es ist jedoch anzunehmen, dass neben institutionellem Rassismus auch das Hochgefühl der durch die Uniform verliehenen Macht und diese gegenüber „Schwächeren“ auszuüben, dabei eine wesentliche Rolle spielten. Eben jene „Macht“ bekamen vor Oury Jalloh ziemlich sicher auch Hans-Jürgen Rose (+1997) und Mario Bichtemann (+2002) zu spüren. Einzig der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ist es zu verdanken, dass auch diese beiden Opfer von tödlicher Polizeigewalt ( im selben Polizeirevier ! ) der Öffentlichkeit bekannt und nicht vergessen sind.

In diesem Sinne:  Mord verjährt nicht – am 07.01.2020 in Dessau auf die Straße !

Wir fordern eine lückenlose Aufklärung und Gerechtigkeit für die Familie und Freund*innen von Oury Jalloh.

Oury Jalloh, das war Mord !