2. Interkulturelles Parkfest am 14.09. in Dessau

Zusammen mit unseren Freund*Innen vom Wir mit Dir e.V. aus Aken organsieren wir an der Andes Skatehalle ein interkulturelles Parkfest.

In Dessau geht was!
Am 14. September 2019 um 12 in und um die Andeshalle Dessau beginnt das bereits zweite Interkulturelle Parkfest vom Bündnis Dessau Nazifrei. Gemeinsam mit den Vereinen Wir mit Dir e.V. aus Aken und Von der Rolle e.V., der die Andeshalle betreut, laden wir ein. Geboten werden ein kleines Bolzfußballturnier, Malen, eine Buttonmaschine, vielfältiges Essen und Getränke, interessante Info-Stände und ab 18 Uhr auch mehrere Bands aus der Region.

Und natürlich wird es politisch: Damit was passiert, damit unsere Gesellschaft lebt, damit sie bunt ist und bleibt, wollen wir mit euch gemeinsam einen schönen Tag verbringen. Wir wollen diskutieren, uns vorstellen und unsere demokratischen Werte vertreten. Es braucht keinen Nazi-Aufmarsch, um was zu tun. Wir reagieren nicht nur, wir agieren auch. Demokratie und Multikulturalismus sind unsere Prinzipien.

Kommt vorbei, bringt eure Kids, Schwestern und Brüder, Omas und Opas, Freundinnen und Freunde mit!

 

Ab 12:00

Miniballturnier

Tombola – bunte Gewinne für bunte Lose

Malstraße – wir gestalten Wimpelketten

Workshop Transpi-Malen

Dartspiel – Leinwände mit Dartpfeilen gestalten

Buttonmaschine

Skaten in der Halle

Infostände

Plattenstand von Save The Scene Records

Musik

Lecker Essen

 

Vorträge

13:00 Uhr

Seenotrettung Geflüchteter auf dem Mittelmeer
Viele Migranten versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Dieses Unterfangen ist nicht nur sehr beschwerlich, sondern endet, ohne Hilfe, sehr oft tödlich.
Tim Lüddemann, freier Journalist, hält einen Vortrag über die Flüchtlingsrouten und die Auswirkungen der Abschottung der EU. Tim Lüdemann war immer wieder auf den verschiedenen Flüchtlingsrouten unterwegs und hat hautnah erlebt, unter welchen Bedingungen die Menschen über das Mittelmeer oder die Balkanroute den Weg nach Europa gehen.

 

16:00 Uhr

Rechtspopulismus

Referent Stephan Klenzmann, seines Zeichens Botschafter der Initiative „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ der IG Metall, spricht über Rechtspopulisten, deren Netzwerke und mögliche Lösungsansätze im Umgang mit ihnen.

 

 

Ab 18:00
Bier
Bands

 

bisher bestätigt:

The Spartanics                             Oi’n’Roll / Streetpunk aus Leipzig

Plattensprung                              Hartpop aus Bitterfeld

Crashtest                                       Rock’n’Roll aus Dessau

Der Zombie                                  Acoustic aus Köthen

T. Smashlik                                   DJ, Reaggae aus Leipzig

WoNo-Style RapresentaZ         Hip-Hop aus Wolfen
Social Enemies                             HC-Punk aus Leipzig

 

 

Wann/Wo: 

14.09.2019 | ab 12:00 Uhr | Andes Skatehalle/Räucherturm, Elisabethstr. 12

 

Stand 10.09. neu

 

 

 

 

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Offener Brief an das Dessau-Roßlauer Stadtratsmitglied A. Mrosek

Herr Mrosek,

vorweg etwas Grundsätzliches, das in Ihrem politischen Lager gern behauptet wird, ohne es beweisen zu können:

Nein, wir linksalternativ und sonstwie „Versifften“ sind wie jeder natürlich entwickelte und soziokulturell gebildete Mensch abgestoßen von solchen Verbrechen wie jenes, welches in Roßlau geschah und wir halten eine angemessene Strafe für einen strafmündigen Täter für richtig und notwendig. Wir verharmlosen da nichts und können den Verbrechen nichts Positives abgewinnen. Wer anderes behauptet, ist vor lauter Hass offenkundig psychisch gestört.

Was aber jedem unvoreingenommenen Zuhörer bzw. Leser von Äußerungen zu diesem Thema aus dem ganz rechten Lager auffällt, ist die krude Behauptung, ohne Zuwanderung gäbe es solche Verbrechen nicht oder in einem viel geringeren Maße. Dazu ein Text(auszug) des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Stand Oktober 2017:

Fakten und Zahlen zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen

 

Definition von sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen

Sexuelle Gewalt ist jede sexuelle Handlung, die an Mädchen und Jungen gegen deren Willen vorgenommen wird oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können. Bei unter 14-Jährigen ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sie sexuellen Handlungen nicht zustimmen können – sie sind immer als sexuelle Gewalt zu werten, selbst wenn ein Kind damit einverstanden wäre.

Die Handlungen, die als sexuelle Gewalt bezeichnet werden, weisen eine große Bandbreite auf: Sie reichen von sexuellen Übergriffen mittels verbaler sexueller Anspielungen bis zu Hilfestellungen, zum Beispiel des Sportlehrers, der die Gelegenheit nutzt, einen Schülerim Genitalbereich zu berühren. Es gibt sexuelle Handlungen am Körper des Kindes (hands-on) wie zum Beispiel Zungenküsse oder Manipulationen der Genitalien sowie schwere Formen sexueller Gewalt wie orale, vaginale und anale Penetration. Es gibt Missbrauchshandlungen, bei denen der Körper des Kindes nicht berührt wird (hands-off), zum Beispiel wenn jemand vor einem Kind masturbiert, sich exhibitioniert oder dem Kind gezielt pornografische Darstellungen zeigt, oder es auffordert, sexuelle Handlungen an sich – zum Beispiel vor der Webcam – vorzunehmen.

Ein erhebliches Risiko im Kontext sexueller Gewalterfahrung von Kindern und Jugendlichen besteht außerdem durch Übergriffe unter Gleichaltrigen. Auch mittels digitaler Medien sind Kinder und Jugendliche sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt durch Erwachsene und Gleichaltrige ausgesetzt (u. a. durch Cybergrooming oder die ungewollte Verbreitung von eigenen textlichen oder bildlichen sexuellen Darstellungen (Sexting) an Dritte oder zum Beispiel durch dieungewollte Konfrontation mit Pornografie).

Welche Spuren sexuelle Gewalt hinterlässt und wie schwer die Folgen sind, hängt von vielen Faktoren ab.

Studien zeigen, dass die Folgen umso schwerer sind, je massiver/intensiver die Tat war, je häufiger sie geschehen ist, je länger der Zeitraum war, innerhalb dessen sie geschehen ist, je vertrauter der Täter/die Täterin dem Kind ist, je länger es mit der Erfahrung allein bleibt ohne Hilfe zu finden, je mehr an der Glaubhaftig keit der Schilderungen des Kindes gezweifelt wird und je weniger Trost und Zuwendung es erhält.

 

Ausmaß und Dimension von sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen

Hellfeld und Dunkelfeld:

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für das Jahr 2016 in Deutschland über 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren allein nur für sexuellen Kindesmissbrauch (§§176, 176a, 176b StGB). Opfer dieser Straftaten sind zu etwa 75 % Mädchen und 25 % Jungen. Hinzu kommen Fälle von sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen und Jugendlichen sowie etwa 7.000 Fälle wegen sogenannter Kinder- und Jugendpornografie. Bei diesen Zahlen handelt es sich um das sogenannte Hellfeld.

Das Dunkelfeld ist weitaus größer. Dunkelfeldforschungen aus den vergangenen Jahren gehen davon aus, dass jede/r Siebte bis Achte in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheitund Jugend erlitten hat. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht von rund 18 Millionen Minderjährigen aus, die in Europa von sexueller Gewalt betroffen sind. Das sind auf Deutschland übertragen rund eine Million Mädchen und Jungen. Dies bedeutet, dass etwa 1 bis 2 Schülerinnen und Schüler in jeder Schulklasse von sexueller Gewalt durch Erwachsene betroffen sind.

Kontext: Sexuelle Gewalt findet am häufigsten innerhalb der engsten Familie statt (ca. 25 %) sowie im sozialen Nahraum beziehungsweise im weiteren Familien- und Bekanntenkreis, zum Beispiel durch Nachbarn oder Personen aus Einrichtungen oder Vereinen, die die Kinder und Jugendlichen gut kennen (ca. 50 %).

Sexuelle Gewalt durch Fremdtäter oder -täterinnen ist eher die Ausnahme. Zunehmend finden sexuelle Übergriffe aber auch im digitalen Raum statt. Es ist anzunehmen, dass in diesem Kontext die Zahl der Fremdtäter und -täterinnen zunimmt (Stichwort: Cybergrooming). Durch intensiven und oft sehr persönlichen Chatverkehr kann bei Kindern und Jugendlichen leicht der Eindruck entstehen, dass es keine Fremden sind, mit denen sie in Kontakt stehen, das senkt die Hürde, entsprechende Gefahren und Risiken wahrzunehmen.

 

Täter und Täterinnen:

Sexueller Missbrauch findet in etwa 80% bis 90 % der Fälle durch Männer und männliche Jugendliche statt, zu etwa 10 % bis 20% durch Frauen und weibliche Jugendliche. Sowohl Täter als auch Täterinnen missbrauchen sowohl Mädchen als auch Jungen. Missbrauchende Männer stammen aus allen sozialen Schichten, leben hetero- oder homosexuell und unterscheiden sich durch kein äußeres Merkmal von nicht missbrauchenden Männern. Über missbrauchende Frauen wurde in Deutschland bislang wenig geforscht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sexueller Missbrauch durch Frauen seltener entdeckt wird, weil solche Taten Frauen kaum zugetraut werden.

Frauen sind eher Einzeltäterinnen, missbrauchen aber auch zusammen mit einem männlichen Partner beziehungsweise unter dessen Einfluss. Nach Zahlen der PKS für das Jahr 2016 sind bei sexuellem Missbrauch von Kindern (§§176, 176a, 176b StGB) 4% der erwachsenen Tatverdächtigen weiblich.

Bei weiteren Straftatbeständen wie sexuellem Missbrauch von Jugendlichen (§ 182 StGB) liegt der Anteil der Täterinnen bei ca. 3%, bei sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB) bei ca. 8%, bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- und jugendpornografischer Schriften bei jeweils ca. 5 %.

Es gibt kein einheitliches Täterprofil. Verschiedene Ursachenmodelle betonen unterschiedliche Faktoren, die dazu führen, dass jemand Kinder oder Jugendliche missbraucht. Ein wesentliches Motiv ist der Wunsch, Macht auszuüben und durch die Tat das Gefühl von Überlegenheit zu erleben. Bei einigen Tätern und wenigen Täterinnen kommt eine sexuelle Fixierung auf Kinder hinzu (Pädosexualität). (Quelle: www.beauftragter-missbrauch.de)

Wie wollen Sie diese Kinder schützen? Wohin wollen Sie die meist deutschen Täter*innen abschieben lassen?

 

Nun noch zu etwas anderem, Herr Mrosek.

In Ihrer Rede am 17. Juni 2019 auf der von Ihnen angemeldeten Kundgebung „Schützt unsere Frauen und Kinder“ nennen Sie den Todesfall des jungen Köthener Markus B. einen Mord.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die beiden an der tätlichen Auseinandersetzung beteiligten Afghanen wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt wurden und nicht wegen Mordes.

Es gibt für unsere Rechtsprechung klare Definitionen dafür, was ein Mord ist, was ein Totschlag im Affekt ist, was eine Körperverletzung mit Todesfolge ist usw.

Zum Tatverhalt Mord gehört z.B., neben den niedrigen Beweggründen, der nachgewiesene Vorsatz.

Und je nachdem, zu welcher Wertung des jeweiligen Falles ein Gericht kommt, wird ein entsprechendes Strafmaß erhoben.

Wenn Sie nun dennoch behaupten, dass Markus B. in Köthen aufgrund eines Mordes starb, können die Ursachen dafür eklatantes juristisches Unwissen, fehlerhafte Informationen oder auch Vorsatz sein – häufige Ausgangsbedingungen für laut und vehement geäußerte populistische Fehlinterpretationen eines Sachverhaltes.

Da wir Ihnen Dummheit nicht unbedingt unterstellen wollen und auch hoffen, dass Sie sich nicht nur in Ihren „sozialen“ Netzwerken nötige Informationen suchen, unterstellen wir Ihnen alternativ die bewusst, also vorsätzlich gewählte Falschbehauptung vom Mord, um weiter schmutziges Öl ins Feuerchen des extrem rechtskonservativen Volkszorns zu gießen.

Ist das nun schon Volksverhetzung oder noch verantwortungsbewusstes politisches Agieren?

Übrigens ist es oft auch ungeschickt, schon vor dem Prozess zu behaupten, dieser und jener Vorfall wäre Mord gewesen, wie Sie es im Fall Marcus H. aus Wittenberg gestern an gleicher Stelle getan haben. Lassen Sie doch die Gerichte ihre Arbeit machen und hören Sie bei der Rechtsprechung genau hin, wer warum wofür mit welcher Strafe belegt wird.

Herr Mrosek, sollten Sie entgegen unserer Vermutungen doch Lücken im Verstehen solcher Begriffe wie Mord und Totschlag haben, empfehlen wir eine tiefgründige Rechtsberatung bei einem ideologisch unverdächtigen Rechtsanwalt oder einer entsprechenden Rechtsanwältin.

 

In diesem Sinne: Oury Jalloh – DAS war Mord!

 

Mit durchaus nicht freundlichen Grüßen

Bündnis Dessau Nazifrei

++3 rechte Kundgebungen in Dessau-Roßlau angekündigt++

Am vergangenen Sonntag wurde ein kleines Mädchen von einem Mann aus dem Niger mutmaßlich sexuell mißbraucht. Diese schändliche Tat, welche wir verurteilen und im Nachgang einen fairen Prozess, sowie ein gerechtes Urteil fordern, war leider auch ein gefundenes Fressen für die rechtsextreme Szene. Und so stehen nun, nach der Demo am letzten Sonntag, weitere Versammlungen, maßgeblich von rechten Gruppiereungen organisiert, in Dessau und Roßlau an.

Für den 15. Juni mobilisieren Rechtsextreme ab 18:00 (Bhf) zu einer Demonstration in Roßlau.

Die AfD ruft für den 17.06. ab 18:30 zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz in Dessau auf.

Am 19.06. wollen Neonazis ab 18:30 eine Kundgebung für ihre, am 19. Januar bei einem Überfall, verletzten Kameraden an der Zerbster Brücke in Roßlau durchführen.

Tag der Erinnerung 2019

19 Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano – 11 Jahre nach dem Mord an Hans-Joachim Sbrzesny

 

Alberto Adriano

In der Nacht zum 11. Juni 2000 wurde Alberto Adriano von drei rechten Schlägern im Dessauer Stadtpark bewusstlos geprügelt. Im Krankenhaus starb er später an den massiven Verletzungen.

Der 1960 in Mosambik geborene Adriano kam 1988 als Vertragsarbeiter in die DDR. In Dessau arbeitete er als Fleischermeister und wohnte zusammen mit seiner Frau und ihren drei Kindern in der Nähe des Stadtparks.

Im Prozess betonte das Gericht den Zusammenhang zwischen den Hassgesängen der Täter, ihrer rassistischen Gesinnung und der Tat. Adriano wird offiziell als Mordopfer rechter Gewalt anerkannt, vor Ort erinnert ein Gedenkstein an das Hassverbrechen.

 

Hans-Joachim Sbrzesny

Am 1. August 2008 wurde der 50 Jahre alte Hans-Joachim Sbrzesny von zwei vorbestraften Rechten im Park vor dem Dessauer Hauptbahnhof auf brutale Weise ermordet.

Sbrzesny kam 1958 in Halle (Saale) mit einer geistigen Beeinträchtigung zur Welt. Nach dem Fall der Mauer lebte er immer wieder auf der Straße oder in Obdachlosenunterkünften, zuletzt in einem Wohnheim in Halle.

Das mediale und öffentliche Interesse am Fall Sbrzesny fiel gering aus. Am Ort des Verbrechens befindet sich bislang kein Gedenkstein, der an das Verbrechen erinnert. Und trotz zahlreicher Hinweise auf den ideologischen Tathintergrund wird Sbrzesny offiziell nicht als ein Mordopfer rechter Gewalt anerkannt.

Text übenommen von Projekt Gegenpart

 

11. Juni | 15:00 | Stadtpark | Dessau

 

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Köthen nicht von Nazis vereinnahmen lassen!

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Im September vergangenen Jahres kam ein 22. Jähriger Köthener bei einer körperlichen Auseindersetzung mit 2 jungen Afghanen zu Tode. Kurz darauf mobilisierte die rechtsextreme Szene bundesweit nach Köthen und versuchte ein „zweites Chemnitz“ zu initiieren. Zutiefst rassistische und gewaltafine Reden wurden geschwungen und ein Klima der Angst erzeugt. Breite Teile der Köthener Zivilgesellschaft widersetzten sich dem braunen Mob und, unterstützt durch antifaschistische Proteste, konnte den Neonazis und Rassisten der Nährboden für ihre widerliche, inhumane Propaganda entzogen werden. Köthen hat sich nicht vereinnahmen lassen!

Heute Mittag fiel das Urteil (MZ-Artikel ) im Prozess um den tragischen Tod von Markus B. (siehe Artikel unten) und die Reaktionen fielen wie erwartet aus:
Neonazis versuchen nun erneut, daraus Kapital zu schlagen, dass die Täter nicht deutscher Herkunft sind und unsere Justiz angeblich viel zu milde Urteile ausspricht.

Deshalb rufen wir ALLE Menschen in und um Köthen auf, sich unserer Demonstration „Köthen Weltoffen“ anzuschließen um erneut zu zeigen, dass Köthen sich nicht von braunen „Rattenfängern“ vereinnahmen lässt!

 

19.05.2019 – 16:00 – Bahnhof Köthen

Kurzer Bericht interkulturelles Straßenfest „Spielplätze statt Haftplätze“

Im Rahmen der Kampagne „100 Jahre Abschiebehaft„, beteiligten wir uns heute in Dessau, zusammen mit unseren Freund*Innen vom „Wir mit Dir e.V.“ aus Aken, mit einem interkulturellen Straßenfest an den bundesweiten Aktionstagen gegen die rassistische und inhumane Praxis der Abschiebehaft, direkt vor der ehemaligen JVA. Diese soll nach Plänen der Landesregierung in einen Abschiebeknast umgebaut werden und, besonders perfide, auch zur Unterbringung von Kindern(!) dienen.

Trotz des Dauerregens demonstrierten daher unter dem Motto „Spielplätze statt Haftplätze“ ca. 60 Personen für die Abschaffung dieser inzwischen 100jährigen mörderischen deutschen Tradition.
Neben Redebeiträgen, gab es diverse Spiel- und Sportangebote, Infostände und auch für einen kleinem Imbiss wurde gesorgt.

Unser Dank geht an die Leute vom „Von der Rolle e.V.“ aus der Andes Skatehalle, die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ und ganz besonders an die lieben Menschen von „Solidarity City Halle(Saale)“. Es hat großen Spaß gemacht und wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit!

Interkulturelles Straßenfest „Spielplätze statt Haftplätze“

Im Rahmen der Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft möchten wir uns zusammen mit unseren lieben Freund*Innen von Wír mit Dir e.V. an den bundesweiten Aktionstagen gegen die widerliche und inhumane Praxis der Abschiebehaft beteiligen.

Für den 11. Mai organisieren wir daher unter dem Motto „Spielplätze statt Haftplätze“ ein interkulturelles Straßenfest direkt vor der ehemaligen JVA, welche zu einem Abschiebeknast umgebaut werden soll.

Sagt also schonmal Euren Freund*Innen, Geschwistern und Eltern bescheid und freut Euch auf einen tollen Nachmittag mit Spiel, Spaß und Action! Alles natürlich kostenlos.

 

Aufruf

Spielplätze statt Haftplätze!

Worum es geht?

Geflüchtete – Das sind zum Beispiel Menschen aus Syrien, dem Irak oder dem Iran, Kurdistan, dem Sudan oder Somalia (uvm.). Sie flüchten aus den verschiedensten Gründen: Sie werden in ihrer Heimat wegen ihrer Sexualität, ihrer Meinung, ihrer Religion oder Ähnlichem verfolgt, Frauen werden genitalverstümmelt, Hunger und fehlende medizinische Versorgung sind Alltag in ehemaligen Kolonialgebieten, Bürgerkriege zerstören das Zuhause vieler Menschen. Einige Flüchtlinge überqueren das Meer und setzen ihr Leben aufs Spiel, um endlich in Frieden leben zu können. Ihr Ziel ist Deutschland. Sie treten einen monatelangen Fußmarsch an, sie kommen zu uns auf der Suche nach Schutz und Freiheit. Und dabei schafft es nur ein kleiner Teil überhaupt nach Deutschland. Nicht einmal 1/7 der weltweiten Flüchtlinge kommt in die EU-Staaten. Nicht einmal 1/11 der Flüchtlinge weltweit kommt nach Deutschland. (http://m.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/135828/fluechtlinge-und-asylbewerber-aufnahmestaaten)

Abschieben – Die Lösung aller (unserer) Probleme?

Nein.
Die Lösung der vermeintlichen „Asylflut“ und der herbeiphantasierten Problematik „Wirtschaftsflucht“ ist für Konservative sowie Rechte die Abschiebung und die damit einhergehende Abschiebehaft. Populismus von Rechts bis zur Mitte. Lösung? Die Geflüchteten werden in Gefängnissen untergebracht. Da will man sicher stellen, dass sich abgelehnte AsylbewerberInnen nicht vor der Abschiebung drücken. Flüchtlinge leben in den Abschiebeknästen Wochen, ganze Monate, durchaus sogar Jahre und warten darauf, dass man sie „endlich“ los wird. Für viele Flüchtlinge bricht eine Welt zusammen, wenn sie die Nachricht bekommen, dass sie nicht bleiben dürfen. Sie werden zurück in den Balkan, nach Afghanistan oder in Maghreb-Staaten, zurück in so genannte „sichere Herkunftsländer“, geschickt. Dass diese Länder nicht sicher sind zeigen viele Beispiele. Was erwartet sie dort? Ein Land ohne Arbeit und keine Perspektive, Elend, Hunger, Terror, Krieg.
Geflüchtete, die nach Deutschland kommen, wollen in Deutschland bleiben, eben damit sie nicht wieder zurück dorthin müssen, wo sie aus diversen Gründen weg sind. Niemand geht aus Spaß von Zuhause weg.
Wir können das Elend der Welt wegschieben, sogar ignorieren, abschieben. Es verschwindet aber nicht, irgendwann holt es uns ein. Humanismus heißt: Das Recht auf Asyl schützen, die „sicheren Herkunftsstaaten“ ausweiten, Asylsuchenden helfen.

Was wir wollen?

Was nicht ist die Frage: Wir wollen nicht, dass Abschiebeknäste mit den Geldern errichtet werden, die uns doch an allen Ecken und Kanten dieser Gesellschaft fehlen. Mit keinem Geld, wenn wir ehrlich sind. Dreißig Plätze sollen in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in Dessau für Männer, Frauen und auch Kinder (!) eingerichtet werden. Einunddreißig zu viel. Dabei werden die geplanten vier Millionen, die für die Umbaumaßnahmen geplant waren, außerdem noch bei weitem überschritten.

Wir fordern: Spielplätze statt Haftplätze!

Der Politik fehlt es angeblich an Geld. Wenn so wenig Geld da ist, dann fordern wir, dass dieses wenigstens in die richtigen Töpfe wandert. Geld für Spielplätze ist besser angelegt als Geld für Abschiebeknäste! Kinder gehören auf Spielplätze und nicht in Abschiebeknäste!

Was wir machen?
Wir fangen klein an und wollen mit euch zusammen ein Straßenfest feiern – Für Spielplätze und gegen Haftplätze! Es gibt Musik, Spiel und Spaß. Für Jung und Alt!

 

11.05.2019 – 15:00 – ehemalige JVA (Willy-Lohmann-Str 27)