Spielplätze statt Haftplätze

Nur wenige Meter vom Bauhausmuseum entfernt soll bis zum Jahr 2022 ein Abschiebeknast entstehen. Während im weltoffenen Bauhausmuseum Menschen aus aller Welt freundlich und wohlwollend empfangen werden, ist nur etwa 700m weiter von all dem keine Rede mehr.

Das Land Sachsen-Anhalt möchte die ehemalige Dessauer Justizvollzugsanstalt in der Willy-Lohmann-Straße bereits seit Jahren in eine Abschiebehaftanstalt umbauen. Nun sollen die Umbauarbeiten im nächsten Jahr beginnen.Vorgesehen sind 30 Haftplätze, u.a. auch für Minderjährige.

Menschen ihrer Freiheit zu berauben, nur weil sie angeblich nicht hierhergehören, ist für uns nicht hinnehmbar. Flucht ist KEIN Verbrechen! Und Kinder gehören NICHT in den Knast, sondern auf den Spielplatz!

Wir fordern: „Spielplätze statt Haftplätze“ !

11:00:  Vortrag „Was ist Abschiebehaft?“, VorOrt Haus Wolfgangstr. 13

14:00:   Kundgebung/Straßenfest, ehem. JVA, Willy-Lohmann-Str. 27

Kein Mensch ist illegal !

Abschiebehaft abschaffen !

Gelungene Veranstaltung in Dessau zum Antikriegstag

Anlässlich des weltweiten „Antikriegstages“, haben wir gestern in der Dessauer Innenstadt diverse Aktionen durchgeführt, welche zum mitmachen und mitgestalten einluden. In Deutschland wird der 1. September seit den 50er Jahren als „Antikriegstag“, oder auch „Weltfriedenstag“ begangen und bundesweit zu Aktionen für den Weltfrieden und militärische Abrüstung aufgerufen.

Unter dem Motto „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ luden wir ab 15:00 Uhr dazu ein, auch in Dessau ein wichtiges Zeichen für ein weltweit friedliches Miteinander zu setzen und sich gegen Fremdenhass und Außgrenzung zu positionieren. Am Friedensmonument, an der Museumskreuzung (Kavalierstr./Ecke Askanische Str.), konnte der Kreativität mit Malkreide freien Lauf gelassen werden. Viele aussagekräftige Friedensbotschaften in Form von Bild und verschiedenen Sprachen entstanden so auf Pappen und dem Gehweg. Am Bauhausmuseum wurden unterdessen Kraniche gefaltet und anschließend in die Bäume gehangen. Auch ein Büchertisch und Lesungen stifteten dazu an, dort zu verweilen und sorgten für einen regen Publikumsverkehr.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen. Natürlich werden wir uns auch zukünftig mit solchen und ähnlichen Aktionsformen für das hehre Ziel des Weltfriedens einsetzen und hoffen, dann noch mehr Unterstützer*innen gewinnen zu können.

Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus !

Impressionen vom Aktionstag:

Antikriegstag am 1. September 2020 in Dessau

Am 1. September wird weltweit der „Antikriegstag“ begangen, welcher sich auf den Überfall von Deutschland auf Polen am 01. September 1939 bezieht und somit den Beginn des 2. Weltkrieges darstellt. Unter dem Motto „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ lädt das „Bündnis Dessau Nazifrei“ dazu ein, auch in Dessau ein wichtiges Zeichen für ein weltweit friedliches Miteinander zu setzen, sowie gegen militärische Aufrüstung und ein Wiedererstarken von Rassismus und Nationalismus.

Ab 15:00 am Mies-van-der-Rohe-Platz (vor Bauhausmuseum): Kraniche falten.Lesung und Büchertisch.

Ab 15:30 am Fiedensmonument: Friedenswünsche in verschiedenen Sprachen auf Pappen und Gehweg schreiben.

Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus !

Offener Brief an Thalia – Bücher von Attila Hildmann raus aus den Regalen!

Sehr geehrte Betreiber*innen und Mitarbeiter*innen,

unter der Rubrik “Kochbücher” befindet sich in Ihrer Dessauer Filiale Literatur von Attila Hildmann. Dieser Autor ist kein unbeschriebenes Blatt und auch wenn die Verfassung von Kochbüchern zunächst harmlos erscheinen mag, ist in seinem Fall der ideologisch extreme Hintergrund nicht zu ignorieren. Zur Veranschaulichung seiner Gesinnung möchten wir einige Beispiele nennen:

Die Kanzlerin, Angela Merkel, bezeichnet er als Zionistin und Satanistin; Adolf Hitler hingegen als Segen. Einen gewalttätigen Angriff der türkisch nationalistischen „Grauen Wölfe“ auf Demokrat*innen in Wien unterstützte er in seinem Telegram – Kanal. Bezüglich der COVID-19-Pandemie verbreitete er zahlreiche verschwörungstheoretische Ideen. Das Berliner Trinkwasser hält er für vergiftet, um die Bevölkerung ruhig zu stellen. An allem wären die Juden schuld, die den Holocaust selbst finanzierten, um Deutschland durch Reparationsleistungen in den Ruin zu stoßen. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Weitere diesbezügliche Informationen finden sich im Internet. Zu erwähnen wäre noch, dass sich Herr Hildmann als neuer Staatschef sieht.

Uns ist mittlerweile allen bewusst, dass rechtsextremes Gedankengut mit seinen teilweise tödlichen Folgen in allen gesellschaftlichen Zusammenhängen Eingang gefunden hat und jeder demokratisch gesinnte Mitbürger aufgefordert ist, dem etwas entgegenzusetzen. Hasspredigern darf weder eine Plattform zur Verbreitung ihrer Ideologie, noch Beihilfe zu deren materiellem Gewinn geboten werden. Im Fall von Attila Hildmann distanzierten sich bereits viele seiner nun ehemaligen Geschäftspartner; seine Social-Media Kanäle wurden geschlossen. Seitens der Polizei und des Staatsschutzes wird gegen diese Person ermittelt.

Nun dient die Verbreitung von Literatur traditionell u.a. der Aufklärung und für Sie als Betreiber einer Buchhandlung besteht eine besondere Verantwortung, dieser Aufgabe im wahrhaften Sinne gerecht zu werden. Aus den aufgeführten Gründen möchten wir Sie ersuchen, sämtliche Werke von Attila Hildmann aus Ihrem Sortiment zu entfernen.

Mit antifaschistischen Grüßen

Bündnis Dessau Nazifrei

Redebeitrag von uns auf der Kundgebung in Gedenken an Alberto Adriano

Vor 30 Jahren entstand unsere schöne neue Welt.Die große bunte Bundesrepublik. Ein Vorzeigeland in Sachen sozialer Sicherheit, demokratischer Mitbestimmung.

In den Jahren nach den entscheidenden Umwälzungen von 1989 / 90 bekamen viele von den Vereinigungs-Trunkenen gar nicht mit, dass neben der Westdemokratie-Glückseligkeit noch etwas anderes aus dunklen Gossen wieder hochwaberte: Die alte Ideologie der Ultra-Nationalen, des deutschen Übermenschen, des sogenannten Nationalsozialismus, des Rassismus, der Bereitschaft zu menschenverachtender Gewalt – gegen anders denkende, anders aussehende, anders lebende, anders wohnende, anders glaubende, anders sprechende, anders liebende Menschen.

Und obwohl einschneidende, unbegreiflich brutale mörderische Akte und eine nicht zu übersehende politische Neustrukturierung mit Auswirkungen bis weit in die sogenannte Mitte der Gesellschaft von diesen Kreisen ausgingen,sensibilisierten diese Ereignisse und gesellschaftlichen Entwicklungen lange nur wenige Personen außerhalb der bedrohten Kreise.

Dezember 1990 – Der Angolaner Amadeu Antonio Kiowa wird in Eberswalde ermordet

August 1992 – tagelange schwere Ausschreitungen in Rostock, der Sturm auf das Sonnenblumenhaus

November 1992 – Brandanschlag in Mölln

Mai 1993 – Brandanschlag in Solingen

Und so weiter und so fort, kann man ohne Übertreibung sagen. Im Jahr 2000 dann der Mosambikaner Alberto Adriano in Dessau – erschlagen, totgetreten von drei rechtsverblendeten jungen Männern. Unglaubliche Taten. Die Opfer: asylsuchende Geflüchtete, Zugewanderte, ehemalige Vertragsarbeiter … Menschen, die nicht ins Deutschland-Raster eines Rechtsextremen – und zunehmend auch scheinbar normaler Durchschnittsmenschen – passen.

Besonders eine Gruppe organisiert sich in jenen Jahren zur Gegenwehr, zumWiderstand, zur Verteidigung der Bedrohten und zur Schaffung von Schutzräumen: Ein Haufen junger, bunter Menschen, die sich vor allem politisch links und kulturell „alternativ“ definieren. Sie nahmen von Anfang an den Kampf gegen die neuen Nazis auf. Aber egal, wie sie sich dabei angestellt haben, von der Mehrheitsgesellschaft sind sie nur als das linke Schmuddel-Gegenstück der Nazis behandelt worden. Es gab in den 90er Jahren wenig Sympathie für oder gar Solidarität mit Leuten, die sich Antifaschist*innen nannten. Wie weit sind wir in Dessau bürgerlichen Kreisen entgegengegangen, um ein großes Bündnis gegen Nazis zu gründen?! Es war ein Zugeständnis, es schließlich „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ zu nennen – weil der CDU „Bündnis gegen Rechts“ zu sehr auch gegen sie gerichtet klang. In den letzten Tagen wurden wir mal wieder daran erinnert, warum die das so empfinden: Manche Christdemokraten zeichnen ihre Nachrichten mit „Sieg Heil!“ Wenn das nichts zu bedeuten hat. Der Schoß ist fruchtbar noch …

Es wäre unfair von mir, nicht zu erwähnen, dass die Eine oder der Andere sich doch als belastbar solidarisch zur antifaschistischen Bewegung bewiesen hat. Aber leider blieben das meist Einzelpersonen. Ich kenne keine Gewerkschaft, keine Partei, keine Berufsgruppe, die mehrheitlich hinter unseren Interessen für eine bunte, offene, solidarische Gesellschaft steht. Darum lässt mich heute, zwanzig Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano, an den wir hier erinnern, wenig hoffen, dass die kommenden Jahre nicht auch elend schwer werden. Denn bezogen auf die Persönlichkeiten, die der Gesellschaft ihre offizielle Prägung geben, hat sich wenig geändert. Vielleicht sind wir sogar weniger geworden.

Was mir aber doch Optimismus gibt, sind wieder junge Menschen, die ihre gesellschaftliche Umwelt und Zeitepoche kritisch betrachten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen:

Nicht mehr nationalen Egoismus, sondern solidarisches Handeln, offene Grenzen,

Geflüchtete willkommen heißen.

Unterschiede zwischen Menschen nicht mit Zwietracht und Hass zementieren, sondern eine Welt mit gleichen Möglichkeiten und Freiheiten für alle entwickeln.

Die Erde nicht in ihrem Reichtum zu betrachten, den man ausbeuten kann, sondern das Nötige für ihren Erhalt zu tun.

Umdenken, statt an armseligen Gewohnheiten festhalten.

Es gibt diese Bewegung.

Und wenn sie groß und größer wird, wenn uns diese Zeit noch bleibt, hört vielleicht auch irgendwann die Gewalt, hört das Morden auf.

Aber so lange gilt: No Justice, no Peace!

Würdiges Gedenken zum 20. Jahrestag des Mordes an Alberto Adriano

Nach dem Mord an dem Afroamerikaner George Floyd, durch einen weißen Polizisten in aller Öffentlichkeit, gehen seit Wochen weltweit Menschen auf die Straße, um ihrer Wut und ihrer Trauer über das Geschehene Ausdruck zu verleihen. Sein Tod wirkt wie ein Fanal, welches den Kampf gegen Rassismus, aber auch Polizeigewalt und soziale Ungerechtigkeit auf eine neue Stufe hebt. Diesen Protesten schlossen wir uns in Dessau am 04.06. mit einer Kundgebung vor dem hiesigen Polizeirevier an. In Solidarität mit den Massenprotesten in den USA und Gerechtigkeit für George Floyd fordernd, kamen über 100 Personen vor dem Polizeirevier zusammen, in welchem Oury Jalloh am 07.01.2005 von deutschen Polizist*innen ermordet worden ist. Sein Tod, und auch der von Mario Bichtemann und Hans-Jürgen Rose, welche ebenfalls im Zusammenhang mit dem Dessauer Polizeirevier ums Leben kamen, wurde bis heute nicht aufgeklärt und die Täter*innen sind noch immer auf freiem Fuß.

Gestern nahmen wir dann den Jahrestag der Ermordung Alberto Adrianos zum Anlass, um den, in weiten Teilen der Gesellschaft noch immer verankerten, Rassismus anzuprangern und der Opfer rassistischer und faschistischer Gewalt würdig zu gedenken. Vor 20 Jahren, am 11. Juni 2000, wurde der aus Mosambik stammende 39-jährige von drei Neonazis im Dessauer Stadtpark brutal zusammengeschlagen und erlag drei Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Täter wurden wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt. Der 23-jährige Enrico H. bekam eine lebenslängliche Freiheitsstrafe, die beiden 16-jährigen, Christian R. und Frank M., wurden zu 9 Jahren Haft verurteilt. Deutschlandweit und auch international sorgte diese grausame Tat für Aufsehen. Der Rassismus hatte mal wieder seine hässliche Fratze gezeigt, und dies auf die denkbar schlimmste Art.

Um zu zeigen, dass sein sinnloser Tod nicht vergessen ist, begannen wir den antifaschistischen Aktionstag um 18:00 Uhr mit einer Kundgebung an der Gedenkstele, welche im Stadtpark für ihn errichtet wurde. Nach einer kurzen Begrüßung gedachte seiner, u.a. mit einem Gebet, zuallererst die „Black Community“. Anschließend erfolgten die ersten Redebeiträge . Nach dem verlesen unseres Aufrufes, in welchem wir u.a. ein konsequentes antifaschistisches Handeln forderten, legten Teilnehmer*innen 20 Rosen an der Gedenkstele nieder, eine für jedes Jahr voller Wut, Trauer und Unverständnis. Nach weiteren Redebeiträgen formierte sich kurz nach 19:00 ein Demozug, um zum Polizeirevier zu ziehen, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Eine lautstarke Demonstration bewegte sich dann durch Dessaus Innenstadt. Der Aufzug aus ca. 140 Personen trug auf dem Fronttransparent, gut sichtbar, die Namen von 182 Opfern rechtsextremer und rassistischer Gewalt.

Vor dem Polizeirevier wurde von der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ in Redebeiträgen wiederholt die Aufklärung des Mordes an Oury Jalloh, und der Tode von Mario BIchtemann und Hans-Jürgen Rose gefordert. Außerdem folgte ein kollektiver Kniefall, aus Respekt vor allen Opfern rassistischer Gewalt und in Solidarität mit den weltweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Den Abschluss bildete ein musikalischer Beitrag von Mal Élevé.

Wir bedanken uns bei den vielen tollen Menschen, welche uns gestern so großartig unterstützt haben und hoffen auch zukünftig auf Eure Solidarität.

Rassismus bekämpfen !

No Justice – No Peace !

Black Lives Matter !

11.06. Gedenken an Alberto Adriano

Am 11. Juni veranstalten wir zusammen mit unseren Freund*innen von der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ eine Gedenkdemo für für Alberto Adriano, welcher an diesem Tag vor 20 Jahren von mehreren Neonazis schwer verprügelt wurde und am 14.06.2000 seinen Verletzungen erlag.

Die Demonstration beginnt um 18:00 mit einer Gedenkkundgebung an der Stele von Alberto Adriano im Dessauer Stadtpark. Danach folgt eine Demonstation zum Polizeirevier, wo die Abschlusskundgebung stattfnden wird.

Besonders nach den Ereignissen in den USA , der Ermordung von George Floyd, und den auch hier stattfindenden Massenprotesten, finden wir es wichtig, auch in Dessau ein starkes Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Auch haben in Dessau struktureller Rassismus und Polizeigewalt ihre Opfer ( Oury Jalloh, Mario BIchtemann, Hans-Jürgen Rose) gefordet, an welche wir an diesem Tag ebenfalls erinnern werden.

11.06. | 18:00 | Stele von Alberto Adriano | Stadtpark  | Dessau

Hinweis:

  • alle Teilnehmer*innen müssen einen Mund -und Nasenschutz tragen und Abstand halten
  • alle Teilnehmer*innen in den abgesperten, bzw. gekennzeichneten Versammlungsbereichen müssen ihre persönlichen Daten hinterlassen. Diese gehen NICHT an die Behörden.

No Justice – No Peace!

Black Lives Matter!

Gegen Rassismus und Polizeigewalt!

Erfolgreiche Kundgebung gegen Rassismus und Polizeigewalt in Dessau

Am 4. Juni haben wir erfolgreich eine antirassistische Kundgebung vor dem Polizeirevier in Dessau durchgeführt. Anlass war der Tod des Afroamerikaners George Floyd, welcher vergangene Woche von einem weißen Polizisten in aller Öffentlichkeit ermordet wurde. Da im Dessauer Polizeirevier vor 15 Jahren Oury Jalloh verbrannt bzw. ebenfalls von Polizist*innen ermordet worden ist, fiel die Wahl des Versammlungsortes nicht schwer.

Die Kundgebung begann 20.00 und obwohl die Hygienemaßnahmen, zur Verhinderung der Ausbreitung von Covid 19, uns dzau zwangen, die Anzahl der Teilnehmer*innen ursprünglich auf ca. 20 zu begrenzen und von allen innerhalb des abgesperrten Versammlungsbereichs die persönlichen Daten einzufordern, so waren zum Ende der Veranstaltung insgesamt gut 100 Personen vor dem Polizeirevier versammelt.

Dem Motto „No Justice – No Peace“ entsprechend, wurde in Redebeiträgen die rassistische Polizeigewalt und der in ihr herrschende Corpsgeist angeprangert und zu Solidarität mit der protestierenden schwarzen Bevölkerung in den USA aufgerufen. Zum Schluss gedachten wir allen Opfern rassistischer Gewalt mi einer SChweigeminute und knieten aus Respekt vor diesen nieder.

No Justice – No Peace

04.06. Kundgebung „No Justice – No Peace“

GeorgefloydMobifinal
Die Bilder vom Sterben George Floyds am 25. Mai in Minneapolis machen zuerst stumm. George Floyd hat neun Minuten lang die Last eines anderen Menschen, eines Polizisten, auf seinem Hals. Erst ist er noch zu hören: „Ich kann nicht atmen -“ Dann ersterben die Worte, erstirbt der instinktive Widerstand gegen sein Sterben. Momente, in denen dir der Atem stockt.

Dann erfährst du aus den Nachrichten die näheren Umstände des Geschehens, den Tathergang. Du bist fassungslos. Wieder ein nichtiger Anlass, wieder eine angebliche Bedrohung des späteren Toten gegenüber Polizisten, die ihn – warum auch immer – kontrollieren wollen.

Wieder diese unbeschreibliche Brutalität, in völliger Selbstverständlichkeit ausgeübt durch einen, der die Leben der Bürger*innen seiner Stadt eigentlich schützen soll.
Wieder ist der Täter ein weißer Polizist, das Opfer ein Farbiger, ein Afroamerikaner.
Eine Tat, herausfbeschworen aus abartigem, perversem, mörderischem Rassismus. Am 25. Mai 2020 wie vor fünfzig, wie vor hundert Jahren.

Wie oft haben wir genau diesen „Fall“ schon erfahren, wie oft sind die Täter mit fadenscheinigen Verteidigungen durchgekommen und von ihrer Schuld frei gesprochen worden? Von Weißen, von ähnlich verblendeten Rassisten, vom rassistischen System in den USA – und anderswo.

Bei aller Trauer über den sinnlosen Tod von George Floyd macht die Reaktion der nichtrassistischen Bürger*innen in den USA Hoffnung auf ein Ende dieses Systems.
Sie tragen ihre Wut, ihre Fassungslosigkeit und ihre Ohnmacht auf die Straßen und erleben dabei, welche Macht sie entwickeln können, wenn sie ihre Wohnzimmer verlassen und draußen deutlich machen, was sie vom System der Ungleichheiten und des Machtmissbrauchs und der Lügen und der Selbstgefälligkeit der weißen Rassisten halten.

Darin wollen wir uns solidarisch an ihre Seite stellen. Auch in Dessau auf die Straße!

Gegen jeden Rassismus, gegen die Gewalt der bornierten Möchtegern-Übermenschen!

📢 04.06 | 20:00 | Polizeirevier, Wolfgangstr. 25 | Dessau

Aufgrund der derzeitigen Siutation und weil die Fläche vor dem Polizeirevier recht begrenzt ist, bitten wir um Verständnis, dass „nur“ ca, 20 Personen zur Veranstaltung zugelassen sind. Um den Hygienemaßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung von Covid 19 gerecht zu werden, müssen außerdem alle Teilnehmer*innen einen Mund- und Nasenschutz tragen und ihre persönlichen Daten angeben. Zusätzlich empfiehlt es sich, regenfeste Kleidung, oder einen Regenschirm mitzubringen.
Ob Dessau oder Minneapolis – No Justice No Peace

Gedenken am 8. Mai in Dessau

Zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus, am 8. Mai 1945 durch alliierte Kampfverbände, ließen wir es uns trotz der Corona-Pandemie nicht nehmen, ein würdiges Gedenken für die Opfer dieses mörderischen Regimes durchzuführen.

Auf dem Friedhof  III im Süden der Stadt schnückten wir, wie auch in den vergangenen Jahren, die Gräber der ermordeten Zwangsarbeiter*innen mit Flieder, gedachten ihrer und gingen in einem Redebeitrag auf die Geschichte der zumeist aus der Ukraine stammenden Toten ein. Viele von ihnen kamen bei den schweren Bombenangriffen auf Dessau im März 1945 ums Leben, da ihnen der Zutritt in die schützenden Bunker verwehrt worden war. Unter den Ermordeten befanden sich neben den Zwangsarbeiter*innen, welche u.a. für den Bau des Schienennetzes der Dessauer Straßenbahn, mit bloßen Händen, eingesetzt worden waren, auch viele KInder.

Im Anschluß begaben wir uns zum Gräberfeld der „Verfolgten des Naziregimes“ , auf welchem Opfer des Kapp-Putsches (1920) begraben sind und auch bis heute anerkannte Opfer des Hitler-Faschismus und deren Angehörige ihre letzte Ruhe finden. Am Symbol des VVN gedachten wir auch ihnen.

 

Erinnern heißt kämpfen !!

Nie wieder Faschismus !!

Kein Vegeben, kein Vergessen !!