Geschäft mit rechtsextremen Modelabels soll bald in Dessau eröffnen

In der Dessauer Innenstadt steht offenbar ein Bekleidungsgeschäft kurz vor der Eröffnung, welches explizit auch Kleidung der rechtsextremen Modemarken „Label 23“ und „Pro Violence“ im Sortiment hat. Das Ladengeschäft in der Rabestraße 7 firmiert unter dem Namen „Streetwear Dealer“. Diese Firma hat ihren Sitz in Calbe (Saale) und im Impressum der Homepage wird ein Andreas Hohndorf aus Calbe (Saale) als Verantwortlicher genannt. Bisher existieren, neben einer Niederlassung in Calbe (Saale), auch Verkaufsstellen in Magdeburg und Bernburg. Offensichtlich bedient „Streetwear Dealer“ mit seiner Markenauswahl ganz bewusst und vor allem Rechte, Rechtsextreme, das Hooligan-Milieu und die Freefight-Szene. Davon zeugen auch die anderen Marken im Angebot, wie „Yakuza“, „Vendetta Inc.“, „Picaldi“ und „Pro Original Gangster“, welche in diesen Szenen ebenfalls sehr beliebt sind.

Label 23

Die Marke „Label 23“ entstand 2009 aus der Marke „Boxing Connection“, welche 2004 vom Cottbusser Neonazi Markus Walzuck mitbegründet wurde. Der Zahlencode 23 steht für „Boxing Connection“. Zusammen tragen beide Firmen den Namen „Label 23 – Boxing Connection“ . Inhaber der Marke ist seit 2017 der Cottbusser Jan Klatte. Bis heute ist die Marke stark in der rechten gewaltaffinen Fußballszene vertreten.

Die Kleidung der Marke bedient mit ihren Motiven nicht nur die Streetfighter -und Hooliganszene, sondern wirbt mit eindeutig zweideutigen Motiven (Eisernes Kreuz) und Botschaften: „Ihr könnt uns observieren aber nicht abservieren“ um Kundschaft.

Pro Violence

Auch die Marke „Pro Violence ( übersetzt „Für Gewalt“) setzt bevorzugt auf Kundschaft aus dem Hooligan-Milieu und der Freefight-Szene. Sie wurde 2003 gegründet und entstammt dem Umfeld des Neonazinetzwerks „Blood and Honour“. Gründer Christoph Herpich gehörte, bis zu dessen Verbot im Jahr 2000, zum Netzwerk von „Blood and Honour“ in Sachsen-Anhalt. Außerdem hatte er engen Kontakt zur Hooliganszene in Magdeburg. Sein ehemaliger Weggefährte und Mitarbeiter bei „Pro Violence“, Frank Kortz, ist ebenfalls in rechtsextremen Zusammenhängen verortet, wurde als Kampfsportler von der Marke gesponsert und modelte für sie. Außerdem „zieren“ mindestens fünf Hakenkreuze seinen Körper, sowie das Symbol der schwarzen Sonne und die bei Nazis beliebte „Triskele“-Rune.

Auf ihrer Kleidung wirbt die Marke mit gewaltverherrlichenden Slogans wie „Bloodsport“ und mit Codes der extremen Rechten wie bei „Pro Violence Open Season 88“.

Allein die Herkunft dieser beiden Modemarken zeigt, dass das neue Geschäft in der Dessauer Innenstadt ein ganz bestimmtes Klientel anziehen möchte und wird. Auch ist davon auszugehen , dass die Betreiber sehr wohl über deren Geschichte informiert sind, denn es gibt sie bereits einige Jahre und ihr Ruf eilt ihnen voraus.

Rechtsextreme Mode in Dessau? Nicht mit uns!

Quellen und weitere Informationen:

https://www.antifainfoblatt.de/artikel/%C2%BBleben-hei%C3%9Ft-kampf%C2%AB-die-cottbuser-marke-%C2%BBlabel-23%C2%AB

https://runtervondermatte.noblogs.org/label-23-boxing-connection/

https://runtervondermatte.noblogs.org/pro-violence-streetsport/

https://www.belltower.news/pro-violence-42758/

100 Jahre Widerstand gegen den Kapp-Putsch

Vom 13. bis 17. März 1920 unternahmen vor allem aktive und ehemalige Angehörige der Reichswehr, zumeist organisiert in sogenanten Freikrops, und Mitglieder der „Deutschnationalen Volkspartei“ (DNVP) einen konterrevolutionären Putschversuch gegen die nach der Novemberevolution geschaffene Weimarer Republik. Unter Führung von General Wallther von Lüttwitz verursachte dieser militärische Staatsstreich fast einen Bürgerkrieg, und wurde de facto durch einen deutschlandweit organisierten Generalstreik beendet. Zu diesem aufgerufen hatten, neben der SPD und verschiedenen Gewerkschaften, später auch die „Kommunistische Partei Deutschlands“ (KPD). Der  Generalstreik während des Kapp-Putsches war einer der größten in der deutschen Geschichte.

Auch bewaffnete linke Gruppierungen und Arbeiter*innen boten den Putschisten erheblichen Widerstand und sorgten, zusammen mit dem Generalstreik, für eine schnelle Beendigung des ca. 100 Stunden währenden Kapp-Putsches.  Auch in Dessau kam es zu bewaffneten Zusammenstößen, die am 16. März in der Fürstenstraße (heute Friedrich-Naumann-Straße) fünf Todesopfer forderten. Eine Gedenktafel in der Friedrich-Naumann Straße erinnert heute an sie.

Eintrag bei Wikipedia zum Kapp-Putsch

 

Kein Vergessen !!!

Nie wieder Faschismus !!!

 

Gedenktafel in Dessau in der Friedrich-Naumann-Straße

Erste Nachbetrachtung zum 6. und 7. März 2020 in Dessau

Seit dem Jahr 2005 hatte es in Dessau fast durchgängig, anlässlich der Bombardierung Dessaus im zweiten Weltkrieg, sogenannte „Trauermärsche gegeben. Diese wurden zumeist von der hiesigen Kameradschaftsszene angemeldet und organisiert. In den letzten Jahren war Alexander Weinert, wohnhaft in Roßlau, Anmelder dieses jährlichen faschistischen Mummenschanzes und in den Hochzeiten konnte er bis zu 300 Rechtsextreme für diese geschichtsrevisionistische Veranstaltung mobilisieren. Obwohl die Teilnehmerzahlen zuletzt deutlich rückläufig ausfielen, ca. 100 Teilnehmer*innen 2018 und 2019, mussten wir davon ausgehen, dass 2020 eine Art Wiederbelebungsversuch erfolgen würde. Nicht nur, dass der 7. März in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, sondern auch der gleichzeitige 75. Jahrestag eines der prägensten Ereignisse in der jüngeren Geschichte Dessaus, ließ uns dies befürchten.

 

Kein Trauermarsch am 7. März

In diesm Jahr versuchten wir deshalb, erneut unter dem Motto „Nazis in Dessau? #jehtjarnich„, mit 2 raumgreifenden separaten Demonstrationszügen ( Innenstadt und Dessau Süd ) möglichen Demorouten der Nazis, vorbei an sensiblen Punkten, vorzubeugen. Abgesehen vom eigenständigen agieren, wollten wir damit auch möglichst flexibel auf diverse Szenarien reagieren können. Unsere beiden, mit insgesamt bis zu 150 Personen relativ ordentlich besuchten Versammlungen und die ebenfalls raumnehmenden Veranstaltungen der Zivilgesellschaft, ließen den Nazis somit nur wenig Spielraum für eine öffentlichkeitswirksame Aktion. Dies und vermutlich auch  Konflikte innerhalb der eigenen Szene, ließen das Mobilisierungspotential der Faschisten sogar soweit sinken, dass sie weder in Roßlau, dort befindet sich mit dem „Lager 77“ ein bekannter Treffpunkt der rechtsextremen Szene, noch in Dessau eine Versammlung im öffentlichen Raum organisiert bekamen.

 

Nazis weichen auf 6. März aus

Aufgrund dessen, dass die Nazis für den 7. März keine Möglichkeit sahen, öffentlichkeitswirksam und einigermaßen vorzeigbar aufzutreten, wichen sie kurzfristig auf den 6. März aus. Doch auch dieser Versuch mißlang. Nachdem ihr Vorabtreffpunkt bekannt geworden war, organisierten wir schnellstmöglich ab 17:00 eine Kundgebung, unter dem Motto „Kein Fussbreit den Faschisten„, vor dem Ehrenfriedhof im Süden der Stadt und ließen es somit nicht zu, dass Ewiggestrige diesen Ort mißbrauchen. Mit über 60 Teilnehmer*innen , darunter viele Jugendliche, war unsere Veranstaltung zudem sehr gut besucht, wenn man die kurze Vorlaufzeit von zwei Tagen bedenkt. Ein Großteil davon machte sich dann kurz nach 18:30 auf dem Weg in die Innenstadt, wo ein paar wenige und irgendwie verloren wirkende Faschisten, mit Fackeln und Transpi, unter den Kolonnaden des Rathauscenters in der Kavalierstr. standen. Gegen 19:30 lösten sie ihre Veranstaltung dort auf. Fotos vom Presseservice Rathenow

 

Zusammengefasst lässt sich somit die Aussage treffen, dass die Nazis es nicht geschafft haben, zum 75. Jahrestag der Bombardierung Dessaus einen „Trauermarsch“ durchzuführen und ihre „Ersatzveranstaltung am 6. März kaum der Rede wert war. Dieser Erfolg antifaschistischer und zivilgesellschaftlicher Arbeit, muss in den kommenden Jahren nicht nur durch konsequente und kontinuirliche Arbeit erhalten, sondern ausgebaut werden. Dabei hoffen wir erneut auf die zahlreiche und solidarische Unterstützung vieler Menschen, für die wir uns hiermit nochmal ganz herzlich bedanken möchten. Ganz besonders bedanken wir uns bei den lieben Leuten von Roter Stern Leipzig, welche uns in vielerlei Hinsicht im Vorfeld und auch am 7. März so großartig unterstützt haben. Danke auch an Leipzig nimmt Platz, Solidarisches Magdeburg und den vielen anderen Mitstreiter*innen. Wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit!

 

Fotos zum 6. März:

 

 

Fotos zum 7. März:

 

 

 

 

Alle wichtigen Infos zum 7. März in Dessau

Hiermit geben wir alle wichtigen Infos zum antifaschistischen Aktionstag am 7. März in Dessau bekannt.

Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und entsprechend flexibel agieren zu können, organisieren wir zwei separate Demonstrationszüge, welche sich im Süden der Stadt vor dem Ehrenfriedhof zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung vereinigen sollen. Bis zum jetztigen Zeitpunkt gibt es keine angemeldete Nazidemo, wir gehen jedoch davon aus, dass es, wie in den vergangenen Jahren, mindestens zu Störversuchen bei uns, oder den Versammlungen der anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen kommen wird. Bildet Bezugsgruppen, seid solidarisch und passt aufeinander auf!

Einen Überblick zu den sonstigen Veranstaltungen am 7. März in Dessau bekommt ihr hier:  Netzwerk Gelebte Demokratie

 

 

Treffpunkte am 7. März in Dessau:

Für den 07.03. mobilisieren wir in Dessau ab 12:00 Uhr zu folgenden Punkten:

Haptbahnhof Dessau ( für Anreisende aus nördlicher Richtung )

Bahnhof Dessau Süd ( für Anreisende aus südlicher Richtung )

 

Gemeinsame Anreisen: 

Anreise aus Leipzig:   11:30 | Gleis 2 Hbf tief | Hbf Leipzig

Anreise aus Magdeburg:   10:50 | ZOB | Hbf Magdeburg

 

Demoticker:   twitter.com/Dessau_Nazifrei

Hashtags:       #De0703  #jehtjarnich

EA:             0152/ 13 26 45 37

Infotel.:    0152/ 10 38 97 12

Die Sammelpunkte, Infostrukturen und der Ermittlungsausschuss sind ab 11:00 besetzt.

 

Aktionskarten:

Webversion :

AKTIONSKARTE NORD_web

AKTIONSKARTE SÜD_web

Druckversion: (PDF)

AKTIONSKARTE NORD_druck

AKTIONSKARTE SÜD_druck

 

Mit Bezug auf unsere Demoregeln und unseren Aktionskonsens, weisen wir darauf hin, dass wir KEINE Nationalstaatsfahnen auf unseren Demonstrationen und Kundgebungen sehen wollen.

Neonazis mobilisieren für den 6. März in Dessau – Kein Fussbreit den Faschisten!

Da die regionale rechtsextreme Szene für den 7. März kein Land sieht, ruft sie jetzt für Freitag, den 06.03. dazu auf, in den Süden Dessaus zu kommen und der „Opfer“ der Bombardierung Dessaus, am 7. März 1945, zu gedenken.

Wir wollen auch diesen plumpen Versuch der Geschichtsverfälschung verunmöglichen und werden unter dem Motto „Kein Fussbreit den Faschisten“ ab 17:00 eine Kundgebung vor dem Ehrenfriedhof/ Friedhof 3 (Heidestr.) in Dessau Süd durchführen!

Sagt Euren Freund*innen bescheid und kommt zahlreich!

➡️ 06.03. | 17:00 | Kundgebung „Kein Fussbreit den Faschisten| Friedhof 3, Heidestr. | Dessau Süd

Nazis in Dessau?  #jehtjarnich

PS: Unsere Proteste für den 7. März bleiben davon unberührt und finden wie geplant statt !!!

Übersichtskarte für den 7. März in Dessau

Damit ihr schonmal einen Überblick über das Versammlungsgeschehen am 7. März in Dessau bekommt – hier eine erste Übersichtskarte für den antifaschistischen Aktionstag in der Bauhausstadt. Eine aktualisierte Aktionskarte, mit Demorouten und letzten Infos für Samstag, veröffentlichen wir spätestens am Freitagabend.

karte 7.3

Erläuterungen:

Neben den beiden von uns organisierten Demozügen, ausgehend von den zwei Bahnhöfen, gibt es verchiedene Veranstaltungen im Stadtgebiet, welche Räume besetzen und zum mitmachen einladen, darunter u.a. ein Nachbarschaftsfest am Bauhaus und einen Gedenkrundgang, unter dem Motto“Versöhnung schafft Frieden“.

Einen Überblick dazu findet ihr beim Netzwerk Gelebte Demokratie

Der Ehrenfriedhof:

Der Ehrenfriedhof liegt gegenüber des Friedhof 3 im Süden der Sdadt und ist seit jeher das Ziel der faschistischen „Trauermärsche“ in Dessau. An diesm Ort sollen unsere Demozüge zusammentreffen und einen Mißbrauch durch Neonazis verhindern. Zusätzlich ist dort auch eine Kundgebung bis in die späten Abendstunden angemeldet, welche wir bei Bedarf nutzen können.

Treffpunkte:

Für unsere Proteste gegen den zu erwartenden Neonaziaufmarsch am 7. März in Dessau mobilisieren wir nun offiziell ab 12:00 Uhr zu folgenden Treffpunkten:

Hauptbahnhof Dessau ( für Anreise aus nördlicher Richtung )

Bahnhof Dessau Süd ( für Anreise aus südlicher Richtung )

Wir empfehlen anreisenden Unterstützer*innen aus nördlicher Richtung den Treffpunkt am Dessauer Hauptbanhof und legen Anreisenden aus südlicher Richtung den Treffpunkt am Bahnhof Dessau Süd nahe. Wenn möglich, schließt euch den gemeinsamen Zuganreisen aus Leipzig oder Magdeburg an. Von beiden Treffpunkten in Dessau werden Demonstrationen starten.

Gemeinsame Zuganreisen:

Anreise aus Leipzig: 11:30 | Gleis 2 | Hauptbahnhof tief

Anreise aus Magdeburg: 10:50 | ZOB | Hbf Magdeburg

Was machen die Nazis?

Bisher gibt es keine offizielle Anmeldung von rechtsextremer Seite für den 7. März. Davon lassen wir uns jedoch nicht beirren und führen unsere Demonstrationen in jedem Fall wie geplant durch. Wir MÜSSEN allerdings jederzeit damit rechnen, dass Neonazis am 7. März aufmarschieren und diesen Tag für sich vereinnahmen wollen. Das WERDEN wir nicht zulassen und rufen daher dazu auf, am 7. März nach Dessau zu kommen und unsere Proteste zahlreich zu unterstützen!

Nazis in Dessau? #jehtjarnich

Aktuelle Infos zum 7. März in Dessau

Treffpunkte:

Für unsere Proteste gegen den zu erwartenden Neonaziaufmarsch am 7. März in Dessau mobilisieren wir nun offiziell ab 12:00 Uhr zu folgenden Treffpunkten:

Hauptbahnhof Dessau ( für Anreise aus nördlicher Richtung )

Bahnhof Dessau Süd ( für Anreise aus südlicher Richtung )

Wir empfehlen anreisenden Unterstützer*innen aus nördlicher Richtung den Treffpunkt am Dessauer Hauptbanhof und legen Anreisenden aus südlicher Richtung den Treffpunkt am Bahnhof Dessau Süd nahe. Wenn möglich, schließt euch den gemeinsamen Zuganreisen aus Leipzig oder Magdeburg an. Von beiden Treffpunkten in Dessau werden Demonstrationen starten.

 

Gemeinsame Zuganreisen:

Anreise aus Leipzig:           11:30 |  Gleis 2 | Hauptbahnhof tief

Anreise aus Magdeburg:    10:50 | ZOB | Hbf Magdeburg

 
Was machen die Nazis?

Bisher gibt es keine offizielle Anmeldung von rechtsextremer Seite für den 7. März. Davon lassen wir uns jedoch nicht beirren und führen unsere Demonstrationen in jedem Fall wie geplant durch. Wir MÜSSEN allerdings jederzeit damit rechnen, dass Neonazis am 7. März aufmarschieren und diesen Tag für sich vereinnahmen wollen. Das WERDEN wir nicht zulassen und rufen daher dazu auf, am 7. März nach Dessau zu kommen und unsere Proteste zahlreich zu unterstützen!

 

Nazis in Dessau? #jehtjarnich

 

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