24.04. Fahrraddemo „Kurbeln statt schwurbeln“

Kurbeln statt schwurbeln

Nazis und Bürger*innen Hand in Hand

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 gehen bundesweit Menschen unterschiedlicher politischer, gesellschaftlicher und sozialer Couleur auf die Straße, um gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu demonstrieren. Auf vielen dieser Versammlungen ist eine zunehmende Aggressivität und Radikalisierung der Teilnehmer*innen (Dresden, Kassel, Stuttgart) zu beobachten und nicht selten versuchen Rechtsextreme, diese Proteste für sich zu vereinnahmen und sich in vorderster Front gegen eine angebliche „Corona-Diktatur“ in Stellung zu bringen. Die allermeisten scheint diese „Querfront“ nicht wirklich zu stören und so laufen sie Hand in Hand mit strammen Nazis, Coronaleugnern und geschichtsrevisionistischen Querdenker*innen. Dabei achten sie weder auf Mindestabstände, noch auf das Tragen eines Mund-und Nasenschutzes.

Querfront auch in Dessau

Auch in Dessau werden seit Monaten Mahnwachen, Autokorsos und andere Aktionsformen von Querdenker*innen, „besorgten Bürger*innen“, der AfD und eben auch von Neonazis organisiert. Die Veranstalter*innen stören sich auch in der Bauhaustadt nicht daran, zusammen mit Faschisten zu demonstrieren, so zu beobachten bei den wöchentlichen Montagsdemos, oder beim Autokorso am 3. April bei welchem der bekannte Rechtsextremist Sven Liebich aus Halle mitfuhr. Liebich ist ehemaliges Mitglied beim in Deutschland verbotenen rechtsterroristischen Netzwerk „Blood and Honor“.

Neonazidemo für den 24. April angekündigt

Für den 24.04. ruft die regionale rechtsextreme Szene zu einer Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen auf. Bei ihrem letzten Versuch am 27.02., bei welchem sie mit ca. 20 Anwesenden vom Hauptbahnhof zur Friedensglocke zog und dort eine Kundgebung durchführte, schmorte sie nur im eigenen braunen Saft.

Unter dem Motto „KURBELN STATT SCHWURBELN“ rufen verschiedene Initiativen gemeinsam dazu auf, Faschisten und Coronaleugnern nicht die Straßen Dessaus zu überlassen und für ein soziales Miteinander und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Pandemie in die Pedale zu treten.

24.04.2021 | 14:00 | Hbf Dessau | Fahrraddemo

Kurbeln statt schwurbeln !!!

Masken auf, Nazis raus !!!

7. März NAZIaufmarsch in Dessau stören//blockieren//verhindern

Während Nazis das Jahr über martialisch drohend daherkommen, tanzen sie am 7. März mit Blumen und klassischer Musik an und nerven mit zur Schau gestellter Rührseligkeit. Woher dieser Wandel?

Am 7. März 1945 kam der von den Deutschen angefachte Krieg mit einem Luftangriff nach Dessau zurück. Diese Kriegsmethode wurde bereits 1937 durch die deutsche Legion Condor im spanischen Bürgerkrieg erprobt, als schutzlose Städte angegriffen wurden. Die Bomber waren Junkersflugzeuge, die vom Dessauer Heimatgedöns knuffig „Tante Ju“ genannt werden. Luftangriffe auf Städte sind auch eine deutsche Erfindung.

Aber daran denken die Nazis nicht, ihre Ideologie basiert auf dem Gedanken der Ungleichwertigkeit der Menschen. Ihnen geht es nur um deutsche Patriot*innen, die ihr Leben verloren. Schlimmer noch: sie setzen das Sterben im Bombenhagel mit der systematischen, industriellen Ermordung von Millionen Menschen gleich. Eine Methode war das Ersticken mittels Zyklon B. Das Giftgas für das Menschheitsverbrechen kam auch aus Dessau, dass Heimatgedöns schweigt.

Darauf setzen die Nazis. Die Idee der Ungleichwertigkeit der Menschen, die Idee der Gruppen mit unveränderlichen Eigenschaften, ist auch in der sogenannten Mitte der Gesellschaft weit verbreitet. Sie wird in die Praxis umgesetzt: München, Solingen, Mölln, NSU,Regierungspräsident Lübcke, Halle, Hanau – über 200 Todesopfer faschistischer Gewalt und rechten Terrors seit 1990 und die sogenannte Zivilgesellschaft zeigt sich nicht sonderlich beunruhigt. Es traf eben die „Anderen“. Auf sie kann man herabblicken,die werden schon was gemacht haben, das wird schon seinen Grund haben sagt sich das Heimatgedöns und kümmert sich nicht weiter, wenn im Dessauer Polizeirevier 3 Menschen unter, nun ja, „mysteriösen“ Umständen gewaltsam zu Tode kommen.

Das macht den Nazis Hoffnung, da können sie andocken. Und sie haben Sympathisant*innen bei Polizei, Justiz, Militär und am Stammtisch. Doch wir bleiben wachsam und rufen alle Antifaschist*innen auf, sich am 7. März den Faschisten entgegenzustellen.

📢 07.03.2021 | 15:00 | Museumskreuzung, Kavalierstr. 82 | NAZIaufmarsch stören//blockieren//verhindern

Aktuelle Infos: https://dessaunazifrei.wordpress.com/kampagne-2021/

FB- Veranstaltung

Nazis in Dessau? #jehtjarnich

Fahrraddemo gegen AfD – Autokorso

Für diesen Samstag ruft Fridays For Future Dessau zu einer Fahrraddemo gegen den Autokorso der AfD in Dessau auf. Zusammen mit der Linksjugend Dessau und der Grünen Jugend Dessau-Roßlau, sowie dem Wir mit Dir e.V. unterstützen wir dieses Vorhaben.

📢 27.02.2021 | 17:30 | Sieben Säulen

Bitte achtet auf Abstand und MNS!

Den Aufruf findet ihr auch unter: https://www.instagram.com/p/CLpWP0cBv-a/?igshid=12pccx653p01t

Solidarität mit den antifaschistischen Protesten in Dresden

Seit vielen Jahren versuchen Rechtsextreme, den 13. Februar für ihre Zwecke zu missbrauchen.An diesem offiziellen Gedenktag, welcher der Zerstörung Dresdens im 2. Weltkrieg gewidmet ist, rufen faschistische Gruppierungen jährlich zu Trauermärschen und ähnlichen Veranstaltungen auf, um einzig und allein nur der deutschen „Opfer“ der alliierten Bomberverbände zu gedenken, die Geschichte zu verklären und ihre inhumane Weltanschauung auf die Straße zu tragen. Auf ihrem Höhepunkt konnte die rechtsextreme Szene im Jahr 2009 bis zu 7000 Anhänger*innen aufbieten..Um diesem ein Ende zu setzen schlossen sich viele Initiativen und Einzelpersonen, mit auswärtiger Unterstützung, in Dresden zusammen, um zu Massenblockaden zu mobilisieren. Das Konzept ging auf. In den Jahren 2010 und 2011 gelang es jeweils, die Aufmärsche mit Hilfe von großangelegten Blockaden zu verhindern.

Auch wenn die Teilnehmerzahlen dieser geschichtsrevisionistischen Aufzüge deutlich gesunken sind, weist Dresden noch immer einen starken Symbolcharakter für viele Neonazis auf. So mobilisieren dieses Jahr erneut rechtsextreme Kameradschaften und Initiativen in die sächsische Landeshauptstadt, um Geschichtsklitterung zu betreiben und rassistische Propaganda zu verbreiten.Dem gegenüber steht ein breites überregionales antifaschistisches Netzwerk, welches dem braunen Spuk mit unterschiedlichen Aktionsformen Einhalt zu gebieten versucht.,auch wenn der staatliche Repressionsapparat wohl wieder aus dem vollen schöpfen wird.

Als offizielle Unterstützer*innen der Kampagne „Dresden blockiert“ und weil wir uns in Dessau alljährlich selbst gegen diese kruden Veranstaltungen zur Wehr setzen müssen, wollen wir hiermit solidarische, antifaschistische und vor allem kämpferische Grüße an alle Aktivist*innen entsenden, welche sich den Faschisten entgegenstellen und ihnen die Straßen Dresdens nicht kampflos überlassen.

Kein Platz für Nazis!

Gedenken an die Opfer des Faschismus

Am 76. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die „Rote Armee“ gedachten wir zusammen mit der „Linksjugend Dessau“ und anderen Mitstreiter*innen der Opfer des faschistischen Hitler-Regimes. Dem Aufruf unter dem Motto „Erinnern heißt kämpfen“ folgten 35 Personen, von denen einige nach dem offiziellen Teil am Mahnmal für die Opfer des Faschismus, noch zum „Mahnmal Zyklon B“ an der Brauereibrücke zogen. In der Nähe dessen Standorts befanden sich die „Dessauer Werke für Zucker und chemische Industrie“, in welchen das Schädlingsbekämpfungsmittel Zyklon B hergestellt worden war. Die Nationalsozialisten mißbrauchten Zyklon B für die industrielle Ermordung von ca. 1 MIllion Menschen.

Wir danken allen, welche trotz der aktuell schwierigen Situation, bedingt durch die Corona-Pandemie, ein würdiges Gedenken ermöglicht haben. Eine lebendige Gedenkkultur ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil antifaschistischer Arbeit, damit die Verbrechen und Gräueltaten des Hitler-Faschismus sich niemals wiederholen können.

Nie wieder Faschismus !!!

Erinnern heißt kämpfen!

Am 27.Januar 1945 wurde das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Die deutschen Machthaber*innen, die 1933 demokratisch gewählt wurden und als Erstes Bücher verbrannten, hatten am Ende Menschen verbrannt. Sie hatten sie zu Millionen mit in Dessau produziertem Zyklon B erstickt. Sie hatten sie zu Sündenböcken gemacht für die Verwerfungen eines Gesellschaftssystems, in dem wenige sich auf Kosten vieler bereichern. Entweder waren sie Sündenböcke als das „raffende“ Finanzkapital oder sie waren die „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ oder sie gehörten einfach nicht zur schicksalhaften Mörder*innengemeinschaft. Dieses beispiellose Verbrechen gegen die Menschheit darf niemals relativiert werden!

Die Lehre aus der deutschen Geschichte heißt: Antifaschismus!

27.01.2021 | 16:00 | Mahnmal OdF/ Kavalierstr. | Kundgebung

Mund-und Nasenschutz nicht vergessen und Abstand halten !!!

Gedenken an Novemberpogrome in Dessau

Anlässlich der Novemberpogrome des Jahres 1938, bei welchen die Nationalsozialisten in Deutschland und Östereich mehrere hundert Menschen jüdischen Glaubens ermordeten und über 1400 Synagogen, Gebetsräume und jüdische Geschäfte plünderten, zerstörten und niederbrannten, gedachten wir gestern der Opfer dieser faschistischen Gräultaten an der jüdischen Stele in Dessau. An jener Stelle hatte bis zur sogenannten Reichspogromnacht die Synagoge der jüdischen Gemeinde zu Dessau gestanden. Nachweislich brannte sie als eine der ersten in ganz Deutschland. In den nächsten Jahren wird dort eine neue Synagoge für die stark wachsende Gemeinde der Stadt entstehen.

Nie wieder Faschismus !!!

Kein Vergessen !!!

kurzes Video zu gestern: Gedenken 09.11.2020

++++Abgesagt++++Revolutionsfilm im Kiez Kino Dessau am 8.11.2020 ++++Abgesagt++++

Update:

Aufgrund der Beschlüsse zur Verhinderung der Ausbreitung von #Covid19, müssen wir leider auch unsere Veranstaltung mit Uli Bez am 8. November im Kiez Kino Dessau absagen! Die Veranstaltung wird definitiv in irgendeiner Weise nachgeholt.

Bleibt gesund!

In Kooperation mit der Heinrich -Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt zeigen wir im „Kiez Kino Dessau“ den Film „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ von Uli Bez. Nach dem Film wird die Regisseurin für eine ausführliche Gesprächsrunde zur Verfügung stehen.

08.11.2020 | 17:00 | Kiez Kino, Bertolt-Brecht-Str. 29A | Dessau

Eintritt frei und Getränke gegen Spende.

Filmbeschreibung:

7. November 1918. Revolutionäre Nacht in München. Nach einer Großdemo führt Kurt Eisner die Menschenmenge zu den Kasernen. Die kriegsmüden Soldaten laufen sofort über. Der König samt Entourage flieht. Ohne Blutvergießen wird der Freistaat Baiern geboren. In der Folge kämpfen revolutionäre und reaktionäre Kräfte mit allen Mitteln um die Macht. Eisner wird ermordet. Zwei Räterepubliken sind von nur kurzer Dauer. Die junge Demokratie ist verletzlich und scheitert, wird blutig niedergeschlagen. Es geht durch die Welt ein Geflüster entstand 1988 und verwebt zeitgeschichtliche Filmdokumente und Interviews. Zu Wort kommen die damals bereits hochbetagten Zeitzeug*innen aus dem anarchistischen, kommunistischen, sozialistischen und anarcho-syndikalistischen Spektrum wie Benno Scharmanski, Centa Herker, Hugo Jakusch, Sophie Radischnigg, Minna Dittenheber, Emil Meier und Peter Lichtinger. Sie sind Kinder und Jugendliche aus dem sozialdemokratischen Arbeitermilieu, die die Revolution aus der Nähe erlebt haben, mir ihr sympathisierten oder mitgekämpften. Während der Nazidiktatur wurden sie verfolgt, ins KZ gesperrt und gefoltert.
Im Film werden die Errungenschaften der Revolution ebenso thematisiert wie ihr Scheitern. Dazu gehören die Verwerfungen innerhalb der Linken wie auch die Heldinnen der Frauenbewegung; zuvorderst das Lesbenpaar Anita Augspurg und Lida Gustava Heymann, die Revolutionärinnen Hilde Kramer, Zenzl Mühsam, Sarah Sonja Lerch und Hedwig Kämpfer, einzige Richterin im Revolutionstribunal.
Für diejenigen, die heute für eine gerechte Gesellschaft kämpfen wirft „Es geht durch die Welt ein Geflüster“ brisante politische Fragen auf: Welche Utopien brauchen wir heute? Was tun, wenn die Freiheit auf der Straße liegt? In welcher Welt wollen wir leben?

Buch & Regie: Uli Bez D 1989/Neufassung 2019 75 Min./DVD mit Bonusmaterila 80 Min.

Kamera: Petra Gerschner Ton: Michael Backmund Recherchekollektiv: Ulrike Bez Petra Gerschner Michael Backmund
Produktion: Peider A. Defilla/B.O.A. und Ulrike Bez http://www.bezmedien.de/index.php/es-geht-durch-die-welt-ein-gefluester

Die Interviews mit den Zeitzeug*innen sind 1988 in kollektiver Zusammenarbeit von Ulrike Bez, Petra Gerschner und Michael Backmund entstanden, um die Berichte und Erfahrungen der wenigen noch lebenden Augenzeug*innen zu bewahren und weiterzugeben.
Als filmische Dokumente sind die Interviews in voller Länge im Lernforum des NS-Dokumentationszentrum München zu sehen.

Nachbetrachtung zum Aktionstag „Spielplätze statt Haftplätze“ am 10.10. in Dessau

Seit dem Jahr 2017 möchte das Land Sachsen-Anhalt einen Abschiebeknast in Dessau errichten. Nach mehrmaliger Verzögerung sollen die Umbauarbeiten in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in der Willy-Lohmann-Straße nun im nächsten Jahr beginnen. Während sich die Stadtoberen und auch ein Großteil der Bevölkerung Dessau-Roßlaus darüber freuen, dass das denkmalgeschützte Gebäude nicht dem Verfall überlassen werden muss, können wir daran nichts Positives finden. Nicht nur, dass wir es generell inhuman und verwerflich finden Menschen abzuschieben, wir verurteilen ganz besonders, dass Menschen einfach eingesperrt werden, obwohl sie nicht wegen krimineller Handlungen verurteilt wurden. Denn in Abschiebehaft wird „nur“ genommen, wer sich der Abschiebung entziehen könnte. Natürlich ist das, sich einer Abschiebung zu entziehen, kein strafbarer Akt, trotzdem werden Geflüchtete vorverurteilt und weggesperrt. Dabei sind vermutlich ca. 50% all dieser Inhaftierungen ungesetzlich. Den Behörden ist es jedoch scheinbar egal, ob die „ungebetenen“ Gäste krank, alt, jung, oder arm sind. Es ist ihnen egal, ob sie in ihren Herkunftsländern sicher und in Frieden leben können. Menschen werden ihrer Freiheit beraubt, und ihr einziges „Verbrechen“ ist es, NICHT nach Deutschland zu gehören. Einem Land, welches definitiv groß und reich genug ist, um Menschen aufzunehmen, welche sich hier in Ruhe und Frieden ein neues Leben aufbauen wollen. Die „Spitze des Eisbergs“ ist für uns, dass auch Kinder in deutsche Abschiebegefängnisse verbracht werden. Es gibt in Deutschland nämlich keine Altersgrenze für die Abschiebehaft, weder nach oben, noch nach unten. Kinder, egal welchen Alters, gehören nicht in den Knast, sondern auf den Spielplatz! Zusammen mit unseren Freund*innen vom Wir mit Dir e.V. aus Aken luden wir daher unter dem Motto Spielplätze statt Haftplätze für den vergangen Samstag zu einem Aktionstag nach Dessau ein.

Der Tag begann ab 11:00 mit einem Vortrag von Frank Gockel aus Büren, welcher sich seit Jahren für die Abschaffung der Abschiebehaft einsetzt, Menschen in Abschiebehaft betreut und Mißstände bei Justiz und Behörden anprangert. Fank hat uns anschaulich vermittelt, was es für Menschen bedeutet, in Abschiebehaft zu kommen. Auch ist er auf die über 100 jährige Geschichte der Abschiebehaft in Deutshland eingegangen. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen, wenn der „Familienknast“ in Dessau eröffnet wird. Leider besuchten den sehr interessanten, knapp 2 stündigen, Vortrag im „VorOrt Haus“ nicht mal 20 Personen. Wir bedanken uns bei Frank für den sehr aufschlußreichen Vortrag und bei der Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen-Anhalt für die schnelle und unbürokratische Unterstützung bei der Finanzierung.

Nach dem Vortrag gingen wir zum eigentlichen Geschehen des Tages über, unserem kleinen Straßenfest vor dem zukünftigen Abschiebeknast. Ab 14:00 konnten sich dort bei schönstem Herbstwetter Kinder und Junggebliebene beim basteln und malen ausprobieren, Dosen werfen, ihre Fähigkeiten im Straßenfussball vorzeigen, oder beim Stand des Von der Rolle e.V. ein paar Tricks im skaten üben. Gegen Spende konnten selbstgemachte Buttons erworben werden und einige „Ältere“ beschäftigten sich mit dem malen von Transparenten. Bevor wir jedoch so richtig loslegen konnten, kam spontan der Kinder und Jugendzirkus „Raxli Faxli“ vorbei und lockte mit toller Artistik und Zaubereinlagen alle Blicke auf sich. Danke für die spontane Einlage! Politik gab es naturlich auch, schließlich war es ja eine politische Versammlung mit Straßenfest. In mehreren Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, dass Abschieben unmenschlich und besonders für Kinder keine Option ist. Ebenso, dass wir keinen Abschiebeknast brauchen, weder in Dessau, noch sonst wo. Unsere Gäste vom Medinetz Halle/Saale e.V. forderten in ihrem Redebeitrag eine deutliche Verbesserung der medizinischen Versorgung für Geflüchtete, welche diese zumeist nur sehr unzureichend erhalten und schwere Erkrankungen somit oft nicht richtig behandelt werden. Gegen 17:00 begannen wir dann langsam mit dem Abbau und beendeten die Kundgebung eine halbe Stunde später. Zu Hochzeiten waren ca. 60 Teilnehmer*innen anwesend. Diese Zahl stimmt uns für kommende Veranstaltungen in diesem Rahmen durchaus zuversichtlich.

Dies waren ganz sicher nicht unsere letzten öffentlichen Veranstaltungen zu diesem Thema und auch die ehemalige JVA werden wir noch öfter aufsuchen. Wir bedanken uns bei allen Uuterstützer*innen und Teilnehmer*innen. Wir sehen uns bestimmt bald wieder.

Über 100 Jahre Abschiebehaft sind genug, wir fordern weiterhin:

Abschiebehaft abschaffen !!!

Spielplätze statt Haftplätze !!!

Kein Mensch ist illegal !!!

Flucht ist kein Verbrechen !!!

Fotos von der Kundgebung vor dem zukünftigen Abschiebeknast:

Gedenken zum 1. Jahrestag des versuchten Attentats auf die jüdische Gemeinde in Halle

Am 9. Oktober 2019 versuchte der Antisemit Stefan B., einen Massenmord an der jüdischen Gemeinde in Halle (Saale) zu verüben. Dafür hatte er sich mit „Jom Kippur“ den höchsten jüdischen Feiertag ausgesucht. Nachdem er die massive Eingangstür der gut besuchten Synagoge auch mit Waffengewalt nicht öffnen konnte, erschoss er vor dem Gebäude eine Passantin und kurz darauf den Gast eines Döner-Imbisses. Auf seiner Flucht verletzte er zwei Personen durch Schüsse. Der Täter wurde u.a. wegen zweifachen Mordes und wegen 68 versuchten Morden angeklagt. Aktuell läuft das Verfahren am Landgericht in Magdeburg. Stefan B. hat seine Taten gestanden.

Zusammen mit Vertreter*innen der jüdischen Gemeinde in Dessau, möchten wir der Opfer von Halle gedenken und laden hiermit zu folgender Veranstaltung ein:

09.10.2020 | 16:00 | jüdische Stele/Askanische Str./Kantorstr. | Gedenken der Opfer von Halle | Dessau