Interkulturelles Straßenfest „Spielplätze statt Haftplätze“

Im Rahmen der Kampagne 100 Jahre Abschiebehaft möchten wir uns zusammen mit unseren lieben Freund*Innen von Wír mit Dir e.V. an den bundesweiten Aktionstagen gegen die widerliche und inhumane Praxis der Abschiebehaft beteiligen.

Für den 11. Mai organisieren wir daher unter dem Motto „Spielplätze statt Haftplätze“ ein interkulturelles Straßenfest direkt vor der ehemaligen JVA, welche zu einem Abschiebeknast umgebaut werden soll.

Sagt also schonmal Euren Freund*Innen, Geschwistern und Eltern bescheid und freut Euch auf einen tollen Nachmittag mit Spiel, Spaß und Action! Alles natürlich kostenlos.

 

Aufruf

Spielplätze statt Haftplätze!

Worum es geht?

Geflüchtete – Das sind zum Beispiel Menschen aus Syrien, dem Irak oder dem Iran, Kurdistan, dem Sudan oder Somalia (uvm.). Sie flüchten aus den verschiedensten Gründen: Sie werden in ihrer Heimat wegen ihrer Sexualität, ihrer Meinung, ihrer Religion oder Ähnlichem verfolgt, Frauen werden genitalverstümmelt, Hunger und fehlende medizinische Versorgung sind Alltag in ehemaligen Kolonialgebieten, Bürgerkriege zerstören das Zuhause vieler Menschen. Einige Flüchtlinge überqueren das Meer und setzen ihr Leben aufs Spiel, um endlich in Frieden leben zu können. Ihr Ziel ist Deutschland. Sie treten einen monatelangen Fußmarsch an, sie kommen zu uns auf der Suche nach Schutz und Freiheit. Und dabei schafft es nur ein kleiner Teil überhaupt nach Deutschland. Nicht einmal 1/7 der weltweiten Flüchtlinge kommt in die EU-Staaten. Nicht einmal 1/11 der Flüchtlinge weltweit kommt nach Deutschland. (http://m.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/135828/fluechtlinge-und-asylbewerber-aufnahmestaaten)

Abschieben – Die Lösung aller (unserer) Probleme?

Nein.
Die Lösung der vermeintlichen „Asylflut“ und der herbeiphantasierten Problematik „Wirtschaftsflucht“ ist für Konservative sowie Rechte die Abschiebung und die damit einhergehende Abschiebehaft. Populismus von Rechts bis zur Mitte. Lösung? Die Geflüchteten werden in Gefängnissen untergebracht. Da will man sicher stellen, dass sich abgelehnte AsylbewerberInnen nicht vor der Abschiebung drücken. Flüchtlinge leben in den Abschiebeknästen Wochen, ganze Monate, durchaus sogar Jahre und warten darauf, dass man sie „endlich“ los wird. Für viele Flüchtlinge bricht eine Welt zusammen, wenn sie die Nachricht bekommen, dass sie nicht bleiben dürfen. Sie werden zurück in den Balkan, nach Afghanistan oder in Maghreb-Staaten, zurück in so genannte „sichere Herkunftsländer“, geschickt. Dass diese Länder nicht sicher sind zeigen viele Beispiele. Was erwartet sie dort? Ein Land ohne Arbeit und keine Perspektive, Elend, Hunger, Terror, Krieg.
Geflüchtete, die nach Deutschland kommen, wollen in Deutschland bleiben, eben damit sie nicht wieder zurück dorthin müssen, wo sie aus diversen Gründen weg sind. Niemand geht aus Spaß von Zuhause weg.
Wir können das Elend der Welt wegschieben, sogar ignorieren, abschieben. Es verschwindet aber nicht, irgendwann holt es uns ein. Humanismus heißt: Das Recht auf Asyl schützen, die „sicheren Herkunftsstaaten“ ausweiten, Asylsuchenden helfen.

Was wir wollen?

Was nicht ist die Frage: Wir wollen nicht, dass Abschiebeknäste mit den Geldern errichtet werden, die uns doch an allen Ecken und Kanten dieser Gesellschaft fehlen. Mit keinem Geld, wenn wir ehrlich sind. Dreißig Plätze sollen in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in Dessau für Männer, Frauen und auch Kinder (!) eingerichtet werden. Einunddreißig zu viel. Dabei werden die geplanten vier Millionen, die für die Umbaumaßnahmen geplant waren, außerdem noch bei weitem überschritten.

Wir fordern: Spielplätze statt Haftplätze!

Der Politik fehlt es angeblich an Geld. Wenn so wenig Geld da ist, dann fordern wir, dass dieses wenigstens in die richtigen Töpfe wandert. Geld für Spielplätze ist besser angelegt als Geld für Abschiebeknäste! Kinder gehören auf Spielplätze und nicht in Abschiebeknäste!

Was wir machen?
Wir fangen klein an und wollen mit euch zusammen ein Straßenfest feiern – Für Spielplätze und gegen Haftplätze! Es gibt Musik, Spiel und Spaß. Für Jung und Alt!

 

11.05.2019 – 15:00 – ehemalige JVA (Willy-Lohmann-Str 27)

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